Ein mutmasslicher Haupttäter von Köln in Kreuzlingen verhaftet

In Kreuzlingen (TG) ist ein mutmasslicher Haupttäter der Ereignisse in der Silvesternacht von Köln verhaftet worden. Der 19-Jährige ist nach einem Ladendiebstahl in Konstanz über die Grenze geflüchtet. Er soll zuvor in der Schweiz Asyl beantragt haben.

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Täter der Kölner Silvesternacht in Konstanz gefasst

1:02 min, aus Tagesschau vom 28.4.2016

Ein Ladendiebstahl im Einkaufszentrum Lago in Konstanz (D) wurde dem jungen Marokkaner zum Verhängnis. Nun sitzt der mutmassliche Haupttäter der Silvesternacht in Köln in Auslieferungshaft.

Ein Ladendetektiv hatte nach Polizeiangaben vom Donnerstag beobachtet, wie zwei junge Männer Zigaretten und Lebensmittel im Wert von 24 Euro gestohlen haben. Der Detektiv verfolgte die beiden zu Fuss und verständigte die Konstanzer Polizei, als die Männer über die Grenze nach Kreuzlingen flüchteten.

Grenzwächter erkennt Verdächtigen von Kölner Nacht

In Kreuzlingen wurden die beiden von der Konstanzer Polizei angehalten und von einer Patrouille des Schweizer Grenzwachtkorps durchsucht.

Einer der Grenzwächter erkannte den 19-Jährigen als einen mutmasslichen Haupttäter der Übergriffe der Silvesternacht in Köln. Die Überprüfung der Personalien ergab, dass gegen den Mann ein europäischer Haftbefehl ausgestellt wurde.

Die Staatsanwaltschaft Köln wirft dem Marokkaner gemeinschaftliche sexuelle Nötigung in besonders schwerem Fall sowie einen Raub vor, wie ein Sprecher sagte.

Lebte der Verdächtige in der Schweiz?

Der Tatverdächtige wurde in Kreuzlingen in Auslieferungshaft gesetzt. Am Donnerstagvormittag stimmte der Verhaftete der sofortigen Auslieferung nach Deutschland zu, wie ein Sprecher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Personen auf der Domplatte in Köln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Silvesternacht auf der Domplatte am Hauptbahnhof in Köln ist es zu mehreren Übergriffen auf Frauen gekommen. Keystone / Archiv

Offenbar hatte der jetzt verhaftete Marokkaner vor dem internationalen Haftbefehl im Zusammenhang mit der Kölner Nacht in der Schweiz einen Asylantrag gestellt. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) bestätigte, man habe Kenntnis von der Verhaftung einer Person, die in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt habe. Asylsuchende würden in der Schweiz systematisch registriert und ihre Identität werde in den einschlägigen Datenbanken überprüft.

In der Kölner Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter massive Übergriffe auf Frauen und Diebstahlsdelikte verübt. Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft laufen derzeit Ermittlungsverfahren gegen 152 Beschuldigte. Elf Verdächtige sitzen derzeit in U-Haft.