Eine Tote bei Messerangriff in Reutlingen

In einer Kleinstadt bei Stuttgart ist eine Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Der mutmassliche Täter, ein Asylbewerber aus Syrien, wurde festgenommen.

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Grosseinsatz in Reutlingen

0:26 min, vom 24.7.2016

Die Bluttat ereignete sich den Angaben zufolge auf offener Strasse in der Reutlinger Innenstadt. Zahlreiche Passanten wurden Augenzeugen der Tat.

Laut den Ermittlern waren kurz vor 16.30 Uhr beim Polizeipräsidium mehrere Notrufe eingegangen. Demnach sei ein Mann im Bereich des Zentralen Busbahnhofs mit einer Frau in Streit geraten und habe diese in der Folge mit einem langen Dönermesser verletzt. Die Frau erlitt durch den Angriff tödliche Verletzungen.

Kurz darauf attackierte der Angreifer eine weitere Frau und einen Mann. Beide wurden verletzt. Der Mann habe bereits wenige Minuten danach in der Nähe des Tatorts festgenommen werden können.

Ein Autofahrer habe den flüchtenden Angreifer mit seinem Wagen bewusst angefahren, bestätigte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Der Mann stürzte zu Boden, Polizisten nahmen ihn fest. Der Autofahrer hatte die Bluttat zuvor gesehen und sein Auto auf den Angreifer gesteuert.

Reutlingen: Einschätzungen von SRF-Korrespondent Adrian Arnold

1:26 min, aus Tagesschau vom 24.7.2016

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich laut Reutlinger Polizei um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien. Er sei polizeibekannt und wegen anderer Taten bereits aufgefallen, hiess es. Er arbeitete zusammen mit der Frau in einem Dönerimbiss. Die Polizei geht mittlerweile von einer Beziehungstat aus. Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag gebe es nicht, sagte ein Polizeisprecher.

Panik in der Stadt

Nach derzeitigem Kenntnisstand handele es sich um einen Einzeltäter. Eine Gefahr für die Bevölkerung in und um Reutlingen habe nach derzeitigem Stand mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bestanden.

Die Bluttat im Zentrum der 112'500 Einwohner zählenden Stadt, rund 40 Kilometer von Stuttgart entfernt, löste bei Augenzeugen Panik aus. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht mehr, teilte das Rathaus zwei Stunden nach der Tat mit. Die Stadtverwaltung habe einen Führungsstab eingerichtet und unterstütze die Polizei bei ihrer Arbeit. Zahlreiche Einwohner hatten sich zuvor aus Sorge über Notruf bei der Polizei gemeldet. Sie waren unter dem Eindruck des Amoklaufs von München den Angaben zufolge von der Tat in ihrer Stadt stark verunsichert und verängstigt gewesen.