El Salvador bestätigt linke Regierung – trotzdem Stichwahl

Regierungskandidat Salvador Sánchez Cerén hat bei der Präsidentenwahl in El Salvador mit Abstand am meisten Stimmen geholt. Den direkten Sieg verpasste der ehemalige Guerilla-Kommandant knapp. Die Stichwahl zwischen ihm und seinem konservativen Herausforderer findet im März statt.

Kandidat Cerén spricht vor seinen Anhängern nach Bekanntgabe der Resultate. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der bestplatzierte Sánchez Cerén richtete einen Appell an seine Gegner: einen «grossen nationalen Pakt» zu schliessen. Reuters

Der amtierende Vizepräsident Salvador Sánchez Cerén hat bei der Präsidentenwahl in El Salvador am meisten Stimmen geholt. Der Kandidat der linksgerichteten Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional (FMLN) erzielte 49 Prozent, wie das Wahlamt nach der Auszählung von über 75 Prozent der Stimmen mitteilte.

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Ehemalige Guerilleros

Sollte Sánchez Cerén als Sieger aus der Stichwahl hervorgehen, wäre er der vierte lateinamerikanische Staatschef mit Guerilla-Vergangenheit – nach der Brasilianerin Dilma Rousseff, dem Nicaraguaner Daniel Ortega und dem Uruguayer José Mujica.

Norman Quijano von der rechtskonservativen Partei Arena kam auf 39 Prozent und Ex-Präsident Antonio Saca vom Parteienbündnis Unidad auf 11,4 Prozent der Stimmen.

Somit dürften Sánchez Cerén und Quijano am 9. März in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Saca räumte seine Niederlage ein und beglückwünschte die beiden stärkeren Kandidaten.

Gespaltene Rechte

Das rechtskonservative Lager trat bei der Präsidentschaftswahl gespalten an. Antonio Saca war Staatschef zwischen 2004 bis 2009. Er durfte vor fünf Jahren gemäss der Verfassung nicht sofort für eine zweite Amtszeit kandidieren. Saca war damals bei der Arena-Partei, wurde aber 2009 ausgeschlossen. Mit seiner jetzigen Kandidatur dürfte er Quijano einige Stimmen konservativer Wähler abgejagt haben.

Die Wahlbeteiligung lag bei über 50 Prozent, wie das Wahlamt mitteilte. Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Zuletzt war befürchtet worden, dass die mächtigen Jugendbanden die Wahlen stören könnten.

Beobachter werteten die Abstimmung als Richtungswahl. Sie dürfte darüber entscheiden, ob die sozialdemokratische Politik des amtierenden Staatschefs Mauricio Funes fortgesetzt wird oder ob sich die Konservativen mit ihrer neoliberalen Wirtschaftsagenda durchsetzen können.

Linker Regierungskandidat verpasst knapp Sieg im 1. Wahlgang

0:22 min, aus Tagesschau am Mittag vom 3.2.2014

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