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Frankreichs Präsidentenwahl Endspurt in aufgeheiztem Klima

Emmanuel Macron verteidigt seinen knappen Vorsprung. Der Wahlsieg am kommenden Sonntag ist niemandem gewiss.

Legende: Video «Macron will in Paris punkten» abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.04.2017.

Marine Le Pen neben sich, François Fillon und Jean-Luc Mélenchon im Rückspiegel – Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron ist nicht mehr so siegesgewiss wie auch schon. Laut einer Umfrage des Instituts Opinionway kämen Macron und Le Pen aktuell auf 22 Prozent Wähleranteil. Der Konservative Fillon läge mit 21 Prozent ganz knapp dahinter und der Linkspolitiker Mélenchon käme auf 18 Prozent.

Vor allem Mélenchon hatte in den vergangenen Wochen stark dazugewonnen. Er ging am Ostermontag mit einer Bootstour auf einem Kanal in Paris auf Stimmenfang.

Der Konservative Fillon trat in Nizza auf und warb für sein weitgehendes Spar- und Reformprogramm: «Wir müssen unseren Staat von seinen Schulden befreien, und wir müssen unsere Wirtschaft von seinen Abgaben und Normen befreien», sagte er.

Le Pen wettert gegen «Technokraten in Brüssel»

Auch Le Pen warb am Abend mit einer grossen Kundgebung in Paris um Stimmen - eine Art Fernduell gegen Macron. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Zusammenstössen zwischen Gegnern und der Polizei. Die Polizei setzte Tränengas ein, es gab aber keine Verletzten und keine Festnahmen.

Die Kandidatin des Front Nationale kündigte an, als Präsidentin sofort ein Einwanderungs-Moratorium durchzusetzen, bis härtere Regeln in Kraft seien. Das Moratorium soll explizit die legale Einwanderung umfassen.

Sie sprach sich auch für Grenzkontrollen nach den Wahlen aus. «Meine erste Massnahme als Präsidentin der Republik wird es sein, Frankreich die Grenzen zurückzugeben.» Sie bekräftigte ihre Forderung, aus dem europäischen Schengenraum für ein Reisen ohne Grenzkontrollen auszusteigen. Frankreichs Souveränität sei an «Technokraten in Brüssel» abgegeben worden.

Macron will Allianz mit Deutschland

Mit einem Appell für ein «zuversichtliches Frankreich» hat Macron in einer Pariser Konzerthalle seine Anhänger auf den Wahlkampf-Endspurt eingestimmt. «Von elf Kandidaten wollen uns zehn zu einer Fantasievorstellung der Vergangenheit zurückführen», kritisiert er.

Er verteidigte erneut seine pro-europäische Linie: «Ich entscheide mich gleichzeitig für ein starkes Frankreich und ein ehrgeiziges Europa.» Zuvor hatte er allerdings die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft attackiert.

Marine Le Pen und Emmanuel Macron, Fotomontage.
Legende: Marine Le Pen und Emmanuel Macron liegen derzeit gleichauf mit 22 Prozent Wähleranteil. Keystone

Deutschland müsse zu der Einsicht kommen, «dass seine wirtschaftliche Stärke in der jetzigen Ausprägung nicht tragbar ist», sagte er in einem Gespräch mit der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung».

Wegen dem Ungleichgewicht in der Eurozone profitiere Deutschland und erziele sehr hohe Handelsüberschüsse. «Die sind weder für seine eigene Wirtschaft gut noch für die Wirtschaft der Eurozone. Hier muss ein Ausgleich geschaffen werden», sagte Macron, ohne konkreter zu werden.

Laut Umfragen könnte der 39-Jährige Macron die Front-National-Politikerin Le Pen im entscheidenden zweiten Wahlgang deutlich schlagen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Der Kandidat Macron macht ein Appell für "ein zuversichtliches Frankreich" und die Kandidatin Le Pen "wettert" gegen Technokraten in Brüssel! Als Aussenstehender bin ich gespannt, wie die Franzosen an der Wahlurne mit solchen ideologischen "Bewertungen" (gut und bös) umgehen werden!
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Macron wird Neoliberale Politik von Sarkozy und Hollande fortsetzen. Auch weiter Status Frankreich wie wichtigste USVasalen Staat befestigen. Wenn er Wahl gewinnt, dann haben Französe in 5 Jahre neue Regierung welche Extrem Links oder Extrem Rechts sein wird. Schade, dass so viele Linke Politiker so selbstverliebt sind, dass sie nicht denken bei Aussichtslosen Wahlkampf zurückzutreten und anderen Linken Kandidaten zu helfen.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Macron will also der Benjamin von Merkel sein und brav die Direktiven aus Berlin entgegennehmen? Na ja so geht's auch.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Denke ich persönlich nicht, denn wird Macron gewählt, zieht die Fäden ziemlich sicher dann seine Frau. Und mit starken Frauen kann die Merkel nicht. Also fahren die Franzosen besser, wenn sie mit "offenem Visier" gleich M. Pen als starke Frau in Frankreich wählen. Dann wissen sie wenigsten genau, was sie haben.
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