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Türkische Armee steht vor radikalem Umbau
Aus 10 vor 10 vom 21.07.2016.
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International Erdogan: «Neuer Putsch möglich»

Der türkische Präsident hält einen weiteren Versuch für möglich und kündigt deshalb einen raschen Umbau des Militärs an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält einen weiteren Putschversuch für möglich. Dieser würde Aufrührern aber nicht leicht fallen, sagte Erdogan gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. «Wir sind wachsamer».

Erdogan kündigte einen raschen Umbau des Militärs an. Das Militär müsse aus dem Putschversuch ernste Lehren ziehen, sagte er. «Wir können es uns nicht leisten selbstzufrieden zu sein.»

«Das Militär ist wie gelähmt»

SRF-Türkei-Korrespondentin Ruth Bossart hält einen weiteren Putsch dagegen für unwahrscheinlich. Das Militär scheine wie gelähmt, sagte sie gegenüber der SRF-Sendung «10vor10». Nicht nur die Moral sei am Boden, sondern auch die Helikopter der Streitkräfte seien seit Tagen nicht mehr abgehoben.

Das Militär war in der Türkei traditionell stark und unabhängig und zwang amtierende Regierungen in den Jahren 1960, 1971 und 1980 zum Rücktritt. Diesmal scheiterte der Putsch. Das sei das erste Mal in der Geschichte der modernen Türkei, sagte Türkeikenner und Professor für Islamwissenschaft an der Uni Basel, Maurus Reinkowski, gegenüber «10 vor 10». «Das zeigt uns, dass das Militär nicht mehr diese Art von Zusammenhalt und Einförmigkeit hat, wie noch vor 20 oder vor 10 Jahren.»

«Erdogan wird Armee vermehrt für seine Zwecke nutzen»

Die türkische Armee ist nach den USA die zweitgrösste innerhalb der Nato. Diese geballte Schlagkraft werde von Präsident Erdogan wohl vermehrt für seine Zwecke nutzen, sagte der ehemalige Nato-General Harald Kujat in der Sendung «10vor10». Das Militär sei nun ein «willkürliches Instrument» Erdogans. Wenn es dem Präsidenten gelinge das Land soweit umzugestalten, dass es praktisch zur Präsidialdiktatur komme, werde er die Armee auch für die aussenpolitischen Ziele einsetzen können.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    In Anbetracht von etwa zwei Millionen Flüchtlingen in der Türkei, sowie die Türkei als geographisches Bollwerk gegen den Terror des Daesh (IS) zu behalten, wird man bei der EU zu sehr vielen Kompromissen mit R. Erdogan bereit sein. Nicht unbeachtlich sind auch die wirtschaftlichen Interessen die westliche Staaten und Unternehmen an ein halbwegs funktionierendes Verhältnis zur Türkei besitzen.
    1. Antwort von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
      2) Diese Handlungszwänge, die sich aus dem politisch notwendigen Tagesgeschäft der westlichen Staaten ergeben, wird man sicher nicht mal so eben im Vorbeigehen vom Tisch wischen. Die EU und die Nato sollten derzeit nicht medienwirksam über ihre "moralische Betroffenheit" diskutieren, sondern die Situation nutzen, um sich selbst eine grundsätzliche Haltung hinsichtlich der aktuellen Problemen klar zu werden und diese dann auch konsequent umzusetzen.
  • Kommentar von Edi Steinlin  (stoni)
    Natürlich mutmasst Erdogan über einen neuen "Putsch", auf diese Weise kann er den Ausnahmezustand verlängern so lange er will und hat dabei die ganze Macht. Entsprechende Äusserungen hat er vor ein paar Stunden bereits gemacht.
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Auch Erdogan und Putin nähern sich dem Pensionsalter. Erdogan ist ein 62 und Putin sogar 64. sind also beide schnell einmal 70. ziehmlich stressig mit 70 noch soviel Schach zu spielen ohne geregelte Nachfolge.
    1. Antwort von Franz NANNI  (Aetti)
      oder siehe das Fossil Mugabe...
    2. Antwort von Bruno Vogt  (b.vogt)
      Clinton ist bereits 69 und will erst noch ins weisse Haus einziehen, auch in der Politik wird heute länger gearbeitet.
    3. Antwort von S. Meier  (SM)
      Trump ist sogar 70.