Erneut Asylunterkunft in Deutschland abgebrannt

Deutschland kommt nicht zur Ruhe. Erneut wurde eine Notunterkunft für Flüchtlinge vor deren Bezug in Brand gesteckt – diesmal in Brandenburg. Gestern hatten sich Kanzlerin Merkel und ihr Vize Gabriel zu Wort gemeldet – mit klarer Botschaft.

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Bildlegende: Der Feuerwehr blieb nur noch die Möglichkeit, dass Gebäude in Nauen kontrolliert abbrennen zu lassen. Keystone

Eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge hat im brandenburgischen Nauen westlich von Berlin gebrannt. Das Feuer an der Sporthalle hatte sich laut der Polizei bereits auf das gesamte Gebäude ausgebreitet, als es am frühen Morgen entdeckt wurde.

Wieder brennt eine Asylunterkunft

0:19 min, aus Tagesschau am Mittag vom 25.8.2015

Die Feuerwehr habe sich deshalb entschlossen, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus. Ein technischer Defekt sei höchst unwahrscheinlich, hiess es.

In Nauen hatte es in diesem Jahr mehrfach Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Asylbewerbern gegeben. Im Februar war eine Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema massiv von rechtsextremen Demonstranten gestört worden. Die Sitzung musste abgebrochen werden.

Klare Worte von Gabriel und Merkel

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Keine Bannmeile

Bundesjustizminister Heiko Maas hat den Vorschlag der Polizei zurückgewiesen, Schutzzonen für Asyl-Unterkünfte einzurichten. Die Regierung werde alles dafür tun, die Sicherheit der Flüchtlinge zu garantieren, sagte der SPD-Politiker. «Ich will nicht in einem Land leben, in dem jedes Flüchtlingsheim eine Bannmeile braucht», fügte er hinzu.

Gestern hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ausschreitungen im sächsischen Heidenau «auf Schärfste» verurteilt. «Es gab eine aggressive, fremdenfeindliche Stimmung, die in keiner Weise akzeptabel ist», sagte Merkel.

«Es ist abstossend, wie Rechtsextremisten und Neonazis versuchen, dumpfe Hassbotschaften zu verkünden.» Aber es sei genauso beschämend, dass Bürger, teilweise mit Kindern, dies durch Mitlaufen bei den Demonstrationen noch unterstützten.

Zuvor hatte Vize-Kanzler Sigmar Gabriel bei einem Besuch in Heidenau die dortigen Krawalle verurteilt. In der sächsischen Kleinstadt kommt es seit Freitag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auslöser war die Einrichtung einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in einem ehemaligen Baumarkt.

Merkel sagte, in Deutschland werde die Würde jedes einzelnen Menschen respektiert. «Das gilt für jeden Menschen, der sich in unserem Land aufhält», betonte die CDU-Vorsitzende. Dies bleibe Richtschnur der Politik der Bundesregierung und der Landesregierungen.