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International Erste Ebola-Ansteckung ausserhalb Afrikas

Es schien undenkbar, und ist nun doch passiert: In Spanien hat sich eine Krankenschwester bei einem Patienten mit Ebola angesteckt. Wie es dazu kam, ist den Behörden noch ein Rätsel.

Eingangsbereich des Spitals «Hospital Carlos III».
Legende: Bei der Pflegefachfrau handelt es sich um eine 44-jährige Mutter mit zwei Kindern, berichtet «El País». Keystone

Erstmals während der aktuellen Ebola-Epidemie hat sich ein Mensch innerhalb Europas mit dem gefährlichen Virus infiziert. Wie die spanischen Gesundheitsbehörden bestätigten, steckte sich in der Klinik «Hospital Carlos III» eine Pflegefachfrau an, die einen Ebola-Patienten in einem Madrider Spital gepflegt hatte.

Nach Angaben von Medizinern fühlte sie sich erstmals am 30. September krank. Die spanischen Behörden setzten einen Notfallplan in Kraft. Vertreter des Krankenhauses sagten, alle Kontaktpersonen der Krankenschwester stünden unter Beobachtung. Bislang seien aber keine weiteren Ebola-Fälle bekannt.

Die Pflegefachfrau hatte den spanischen Geistlichen Manuel García Viejo gepflegt, der sich in Sierra Leone mit Ebola infiziert hatte. Er war anschliessend mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe nach Madrid geflogen worden. Der 69-Jährige starb am 25. September.

Zuvor war bereits ein anderer spanischer Missionar in Madrid an Ebola gestorben, der sich in Liberia infiziert hatte und ebenfalls ausgeflogen worden war. Die Epidemie in Westafrika hatte Ende vergangenen Jahres begonnen, inzwischen sind weit über 3000 Menschen gestorben.

Auch Norwegen musste einen Ebolafall vermelden: Die Organisation Ärzte ohne Grenzen teilte mit, dass sich eine norwegische Mitarbeiterin in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus angesteckt hat. Die Frau sollte zur Behandlung in das Osloer Universitätsklinikum geflogen werden.

Marburg-Fieber in Afrika

Eine weitere schlimme Nachricht kam aus Afrika: In Uganda ist das eng mit Ebola verwandte Marburg-Fieber ausgebrochen. Ein Klinikmitarbeiter in dem ostafrikanischen Land erlag dem Virus, mehrere haben sich möglicherweise infiziert. Insgesamt stünden 80 Menschen in Quarantäne unter Beobachtung, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheitsdienstes.

Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden. Bei dem Marburg-Opfer handelte es sich um einen 30-jährigen Röntgenassistenten eines christlichen Missionskrankenhauses in der Hauptstadt Kampala. Er sei am 28. September gestorben, so die Behörden. Infektionen mit dem Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehr oft tödlich. Das Virus verursacht starke Blutungen.

Ebola in Afrika

Im westafrikanischen Sierra Leone nimmt die Ebola-Epidemie zusehends drastischere Ausmasse an. Laut den Gesundheitsbehörden sind allein am Samstag mehr als 120 Menschen gestorben. Mehr dazu hier.

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45 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Toll,wenn man von der Wissenschaft so vollumfänglich abhängig ist.Die können erzählen was sie wollen.Wer weiss,ob diese Meldung aus Spanien überhaupt stimmt?Wieviele Labors sind fähig,das Virus absolut einwandfrei zu identifizieren?Ein paar Fachleute?These und Gegenthese bez.,Ansteckung?Wer prüft,verifiziert,manipuliert? Wir sind beinahe wieder soweit,wie damals indigene Volksstämm mit ihren Medizinmänner.Jene die Zeichen aus Feuer,Wasser und Himmel deuteten.Glauben, oder nicht glauben?
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    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Der Unterschied ist, dass Sie sich selbst bilden könnten. Aber sogar als ungebildete Person haben Sie Zugang zum Wissen: Die Schweizer Unis sind keineswegs in Mauern versteckte Sperrzonen, ganz im Gegenteil: Sie können gebildete Leute kontaktieren, an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen und sich erklären lassen, was Sie nicht verstehen. Ob Sie dies machen oder nicht, liegt an Ihnen.
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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Ja, ja vor mehreren Wochen wurde ich hier noch ausgelacht, wie ich vor einer Pandemie gewahrt habe. Diesmal kann es sich nicht um die schlechte Hygiene, fehlende Handschuhe und Schutzmassnahmen handeln. Es lässt daher die Vermutung zu, dass auch der Luftweg einen Übertragungsweg darstellt. Nur Quarantäne, Reiseverbote von und nach Afrika sowie der Einsatz von hocheffizienten Desinfektionsmitteln und Reinräumen kann eine solche Infektion eindämmen. Sonst bekommen wir eine Art neue Pest.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Was kommen noch für Seuchen wie AIDS, Ebola und neustes das Marburg Fieber aus Afrika mach Europa???? Jetzt muss Schengen aufgeboben werden. Die EU unterstützt ja die südlichen Schengenländer eh nicht. Wird diese verflixte Verordnung aufgehoben, kann wenigstens jedes Land seine Grenzen wieder selber kontrollieren und somit die Seuchengefahr eventuell bannen. Die zu grosszügige Migrationspolitik muss in Brüssel überdacht werden. So kann das nicht weitergehen.
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    1. Antwort von Gerhard Schweizer, Bern
      Leider wieder kein einziges Anzeichen von Empathie mit den Betroffenen, kein Wort von Mitgefühl oder Bedauern von Frau Zelger. Nur wieder eine willkommene Bühne, um gegen die EU, Schengen und die Migration zu wettern. Was für ein Unterschied zu der Krankenschwester, die sich beim Dienst am Menschen angesteckt hat! Der Krankenschwester gebührt mein vollster Respekt, auch wenn mir schleierhaft ist, wie man sich trotz aller Massnahmen anstecken kann. Alles Gute für sie u. alle Kontaktpersonen.
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    2. Antwort von Rudi Rappoldswiller, Zürich
      Sehr geehrter Herr Schweizer, indem wir diese Seuchen in unser Land einlassen, helfen wir den Kranken in Afrika kein bisschen. Wer helfen will, muss zuerst schauen, dass er selber gesund bleibt!!! Das ist doch wohl einfach zu verstehen. Manchmal kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Die Krankenschwester ist wohl leider gestorben, weil eben die Sicherheitsmassnahmen nicht ausreichten. Ja, und offene Grenzen sind in dieser Angelegenheit alles andere als förderlich.
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    3. Antwort von J. Knüchel, St. Gallen
      @Gerhard Schweizer: Ebola ist absolut nicht zu verharmlosen. Der Krankenschwester wünsche ich auch alles Gute. Jedoch ist es m.E. absolut notwendig jetzt die Grenzen in den betroffenen Ländern dicht zu machen. Ich will nicht aus lauter Empathie mit den Erkrankten, eine Ebola - Pandemie hier in Europa. Wenn das Virus im Griff ist können solche Massnahmen wieder aufgehoben werden.
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