Erstmals Gefängnisstrafen nach Genitalverstümmelungen

Ein Gericht in Uganda hat fünf Angeklagte wegen des Vorwurfs der Genitalverstümmelung junger Mädchen zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die in Afrika weit verbreitete Praxis ist in dem ostafrikanischen Land 2010 verboten worden.

Hände einer Frau mit einem Messer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Beschneidungen der Mädchen finden nach wie vor statt – im Geheimen. Keystone

Unter den zu je vier Jahren Haft Verurteilten seien vier Frauen, bestätigte ein Polizeisprecher. Sie hatten alle auf schuldig plädiert. Es ist das erste Mal, dass Uganda Gefängnisstrafen wegen dieses Vergehens verhängt werden.

Sicherheitskräfte hatten in der vergangenen Woche in Kapchorwa, etwa 300 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kampala, mehrere Verdächtige festgenommen. «Genitalverstümmelung wird trotz des Gesetzes noch immer heimlich in den Häusern durchgeführt», sagte der Sprecher. Die Schuldigen müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Bei der Praxis, die in Uganda vor allem in den Volksgruppen Sabiny und Karamojong angewandt wird, werden Mädchen die äusseren Genitalien wie Schamlippen und Klitoris abgeschnitten.