Erzwungene Landung von Morales-Flugzeug hat diplomatische Folgen

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verlangt von Spanien, Frankreich, Portugal und Italien «notwendige Erklärungen» wegen ihres Verhaltens. Die USA und Kanada sind mit dieser Kritik nicht einverstanden.

Morales winkt aus seinem Flugzeug Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am 3. Juli wurde das Flugzeug von Evo Morales am Flughafen Wien-Schwechat stundenlang festgehalten. Reuters

Die OAS hat die erzwungene Landung des Flugzeugs von Boliviens Präsident Evo Morales in Wien verurteilt. Bei ihrem Treffen in Washington stellte sie fest, das Verhalten von Spanien, Frankreich, Portugal und Italien habe die grundlegenden Normen und Prinzipien des internationalen Rechts verletzt. Dazu gehöre auch die Unverletzlichkeit von Staatschefs.

Die Länder wurden zudem zu Entschuldigungen aufgefordert, weil sie den Rückflug von Morales nach La Paz stundenlang verhindert hatten. Die USA und Kanada drückten ihr Nichteinverständnis mit dem Text aus. Sie nannten die Schlussfolgerung unverständlich, da noch nicht alle Fragen geklärt seien.

Das Flugzeug von Morales musste letzte Woche in Wien zwischenlanden, weil ihm mehrere europäische Länder die Überflugrechte verweigert hatten. Grund war die falsche Annahme, dass sich der von den USA gesuchte Ex-Geheimdienstler Edward Snowden an Bord befinde.