Referendum in der Türkei «Es gibt keine Verlierer dieser Abstimmung»

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Bildlegende: Jubelnde Türken in Berlin: Der knappe Ausgang des Referendums offenbart eine tiefe Spaltung. Reuters

Nach dem Ja zum umstrittenen Verfassungsreferendum in der Türkei fallen die Reaktionen ganz unterschiedlich aus. Während Unterstützer des Referendums von einem Sieg auf ganzer Linie sprechen, weisen andere auf die Spaltung des Landes hin.

Erdogan feiert hauchdünnen Erfolg

1:31 min, aus HeuteMorgen vom 17.04.2017

«Das ist ein Sieg der ganzen Türkei.»

Recep Tayyip Erdogan, türkischer Staatschef

«Es gibt keine Verlierer dieser Volksabstimmung. Gewonnen hat die Türkei – und mein edles Volk. Jetzt ist es Zeit, eins zu sein.»

Binali Yildirim, Ministerpräsident der Türkei

«Dieses Referendum hat eine Wahrheit ans Licht gebracht: Mindestens 50 Prozent dieses Volkes hat dazu ‹Nein› gesagt.»

Kemal Kilicdaroglu, CHP-Chef und türkischer Oppositionsführer

«Die Verfassungsänderungen und insbesondere ihre praktische Umsetzung sollten im Lichte der Verpflichtungen der Türkei als EU-Beitrittskandidat und als Mitglied des Europarats begutachtet werden.»

Gemeinsame Erklärung der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini, des EU-Kommissars für Nachbarschaftspolitik Johannes Hahn und von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker

«Man soll nicht Türen endgültig zuschlagen.»

Elmar Brok, deutscher CDU-Politiker, Aussenexperte im Europäischen Parlament

«Es ist von höchster Wichtigkeit, die Unabhängigkeit der Justiz sowie die Rechtsstaatlichkeit zu bewahren, so wie sie in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert sind.»

Erklärung des Europarats

«Unabhängig davon wie das Türkei-Referendum endgültig ausgeht: Es zeigt, wie gespalten das Land ist; Zusammenarbeit mit EU wird noch komplexer.»

Sebastian Kurz, österreichischer Aussenminister