«Eskalation wäre vermeidbar gewesen»

Am Wochenende ist der Konflikt zwischen Israel und dem militanten Flügel der palästinensischen Hamas ausser Kontrolle geraten. Noch vor einer Woche lag offenbar ein Waffenstillstand-Abkommen vor. Dies sagte einer der besten Hamas-Kenner Israels im Gespräch mit SF-Nahostkorrespondent Pascal Weber.

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Kritik an Eskalation im Gazastreifen

2:25 min, aus Tagesschau vom 18.11.2012

Gershon Baskin hat im Auftrag der israelischen Regierung schon mehrmals mit der Hamas verhandelt. Für ihn wäre die ganze Eskalation vermeidbar gewesen, sagt er.

«Kurzfristige Aktion Israels»

«Am letzten Sonntag lag ein Waffenstillstands-Abkommen vor. Am Montag schoss eine Salafisten-Gruppe die letzten Raketen auf Israel – aber Hamas-Führer Jabari, derjenige der dann von Israel ermordet wurde, hat diese Salafisten gestoppt.»

Die gezielte Tötung des Hamas-Führers Jabari, sei eine kurzsichtige Aktion gewesen, kritisiert Baskin. Denn er sei kurz davor gestanden, mit Jabari ein langfristiges Abkommen zu erreichen. Am Abend hätte er den endgültigen Vorschlag für ein Abkommen erhalten sollen, sagt Baskin. Auch der ägyptische Geheimdienst sei informiert gewesen.

Drei Menschen flüchten, sie rennen durch Trümmerhaufen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Israel beschiesst den Gazastreifen in regelmässigen, kurzen Abständen. Das forderte bereits viele Tote und Verletzte. keystone

Die israelische Regierung glaubte offenbar nicht an das Abkommen. Stattdessen wurde Jabari am selben Nachmittag getötet, was von vielen Seiten als Grund für die Eskalation des jetzigen Konfliktes gesehen wird.