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Aung San Suu Kyi dementiert «Ethnische Säuberung ist ein zu hartes Wort»

Legende: Audio «Burma – Aung San Suu Kyi und das Volk der Rohingya» abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
2:59 min, aus Rendez-vous vom 06.04.2017.

Myanmars Staatssekretärin Aung San Suu Kyi hat sich lange bedeckt gehalten. Die Vorwürfe gegen ihre Regierung blieben unbeantwortet. In einem Interview der BBC , Link öffnet in einem neuen Fensterwehrte sich Aung San Suu Kyi jetzt erstmals gegen internationale Kritik. Der Streitpunkt: Die Regierung würde die muslimische Minderheit im Land systematisch unterdrücken. Suu Kyi bestreitet grobe Verfehlungen.

Ich glaube nicht, dass es sich dort um ethnische Säuberungen handelt.
Autor: Aung San Suu KyiFriedensnobelpreisträgerin

Als «Staatsrätin» ist Suu Kyi seit einem Jahr praktisch die Regierungschefin des südostasiatischen Landes. Für ethnische Säuberungen in der Provinz Rakhine sei sie nicht mitverantwortlich.

Zum Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya sagte sie: «Ich glaube nicht, dass es sich dort um ethnische Säuberungen handelt. Ethnische Säuberung ist ein zu hartes Wort, um zu beschreiben, was dort passiert.» Der UNO-Menschenrechtsrat hatte kürzlich beschlossen, zur Klärung der Vorwürfe eine Untersuchungskommission in die Region zu entsenden.

Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in einem BBC-Interview.
Legende: Weder Margaret Thatcher noch Mutter Teresa. Suu Kyi sieht sich als einfache Politikerin. twitter/@bbc

Suu Kyi äusserte sich nach einer längeren Zeit des Schweigens zum ersten Mal wieder in einem Interview mit einem ausländischen Sender. Auf Kritik, viele Menschen enttäuscht zu haben, entgegnete sie: «Ich bin nur eine Politikerin. Ich bin nicht so wie Margaret Thatcher. Aber ich bin auch keine Mutter Teresa.»

Die etwa eine Million Rohingya werden in Myanmar – dem ehemaligen Burma – schon seit Jahrzehnten unterdrückt. In den vergangenen Monaten verschärfte das Militär seine Gangart aber nochmals. Mehr als 70'000 Rohingya sind inzwischen ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Nach unbestätigten Berichten gab es auch mehr als 1000 Tote.

Aung San Suu Kyi

Aung San Suu Kyi
Suu Kyi hatte unter der Militärregierung insgesamt 15 Jahre in Hausarrest gesessen. 1991 bekam sie den Friedensnobelpreis. Nach dem Wahlsieg ihrer Nationale Liga für Demokratie (NLD) ist sie seit April 2016 de facto Regierungschefin und zudem Aussenministerin. Das Militär behielt aber mehrere wichtige Ministerien.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
    (Betr. Bildunterschrift) Es wäre angebracht "Mutter Theresa" als Synonym für Gutmütigkeit generell aus dem Vokabular zu streichen, denn es wurde zur genüge nachgewiesen dass Mutter Theresa eher teuflisch und berechnend als gutmütig war, so wie sie Geld gehortet und die ihnen anvertrauten Armen mit voller Absicht ins leidvolle Verderben geführt hat.
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  • Kommentar von Ilir Iseni (I.Iseni)
    Wenn bereits 70'000 Menschen geflohen sind, dann ist es für eine Friedensnobelpreis-Trägerin zu hart, nicht von einer ethnischen Säuberung zu sprechen.
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