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International EU büsst Kartell von Lastwagen-Herstellern

Mehrere Lastwagen-Hersteller haben wegen unerlaubter Absprachen eine Milliardenstrafe kassiert. Die EU-Kommission verhängte eine Busse von 2,93 Milliarden Euro.

Legende: Video «Rekordhohe Busse für Lastwagen-Hersteller» abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.07.2016.

Gegen mehrere Hersteller von Lastkraftwagen ist von der EU-Kommission eine Rekordgeldstrafe von 2,93 Milliarden Euro verhängt worden. Betroffen sind die Lastwagen-Bauer MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF.

Das 1997 gegründete Kartell war nach Ansicht der Brüsseler Behörde 14 Jahre lang aktiv. Es gab Absprachen auf höchster Führungsebene. So haben sie ihre Verkaufspreise für mittelschwere und schwere Lastwagen abgesprochen und sich auch beim Zeitplan für die Einführung von Technologien zur Minderung schädlicher Emissionen verständigt. Die Kosten für diese Technologien gaben sie an ihre Kunden weiter.

Die Firmen hatten ihre Schuld eingeräumt. Seither haben mehrere Lastwagen-Hersteller Rückstellungen in Millionenhöhe getätigt.

Löwenanteil muss Daimler zahlen

Die höchste Einzelstrafe entfällt mit rund einer Milliarde Euro auf Daimler. VW-Tochter MAN kommt als Hinweisgeber straffrei davon.

  • Daimler: 1,09 Milliarden Euro
  • DAF: 753 Millionen Euro
  • Volvo/Renault: 670 Millionen Euro
  • Iveco: 495 Millionen Euro
  • MAN: straffrei

Weil Volvo/Renault, Daimler und Iveco mit der Behörde bei ihren Ermittlungen zusammengearbeitet haben, wurden ihre Strafen etwas gemindert. Gegen Scania laufen die Ermittlungen weiter.

Neun von zehn LKW in Europa

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Lastwagen für den Warentransport in Europa. «Daher kann nicht hingenommen werden, dass MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF, die zusammen etwa neun von zehn der in Europa produzierten mittelschweren und schweren LKW stellen, untereinander ein Kartell bilden, anstatt miteinander zu konkurrieren.»

Die bisher höchste von der EU-Kommission verhängte Kartellstrafe wurde 2012 gegen sieben Hersteller von Fernseh- und Computerbildschirmen ausgesprochen. Sie wurden damals zu einer Busse von rund 1,5 Milliarden Euro verknurrt.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Das zentrale Prügelkommitee versucht seine schmutzige Weste mit Prügel zu waschen. Wird wohl nicht gelingen !
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  • Kommentar von c jaschko (peace on earth as it is in heaven)
    Es gibt keine Verschwörungs Theoretiker nur Verschwörer und Verschwörungen :-) Leider Gottes um so viel oder wenig durch zu blicken braucht man zumindest um die 10% mehr IQ wie der Durchschnitt da aber die meisten der Religion , Nationalität, Kapitalismus, der Politischen Propaganda zum Opfer gefallen sind und den TV Subliminal Messages die Menschheit der Gefühle berauben und zu Empathie Freien Robotern umwandeln, es sieht schlecht aus für unsere Zukunft und allgemein die Zukunft Europas :-)
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  • Kommentar von Hannes Pfyffer (hapf)
    Und die Abgeortneten und die Minister in Brüssel die untersich ihren Job rechtfertigen ist das kein Kartell? Oder lieber auf andere zeigen , das man nicht gesehen wird.Sicher ist das nicht recht, aber früher haben die Patrone während dem Essen die Arbeiten unter sich verteilt, und jeder konnte Leben. Wahr das so falsch?
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    1. Antwort von Karl Müller (KaMü)
      Wenn die Patrons damals nur die Aufträge untereinander verteilt hätten, wäre daran wenig auszusetzen gewesen. Sie haben jedoch auch Löhne und Preise vereinbart und so dafür gesorgt, dass genügend Profit für den Bau Ihrer Villen und ein luxuriöses Leben möglich wurden.
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