EU-Parlament sagt «JA» zu Frauenquote

Bis 2020 sitzen in börsenkotierter Unternehmen in der EU 40 Prozent Frauen. Das will die EU-Kommission und das EU-Parlament. Letzteres hat dem entsprechenden Vorschlag jetzt zugestimmt. Ob das eine Mehrheit findet?

Deutsche und EU-Flagge wehen im Wind. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die EU bekommt möglicherweise für eine Frauenquote in Verwaltungsräten bald Rückenwind aus Deutschland. Reuters

Bis in acht Jahren sitzen auf den Chefsesseln von börsenkotierten Unternehmen der EU viel mehr Frauen als heute: 40 Prozent, geht es nach dem EU-Parlament.

Nun muss das EU-Parlament mit den Regierungen verhandeln – da herrscht Widerstand. Mindestens neun Regierungen haben diese Frauenquote bereits abgelehnt. Das sei eine «Überregulierung». Diese neun Länder – darunter Deutschland – verfügen im Ministerrat über eine Sperrminorität.

Deutschland sperrt vielleicht doch nicht

Durch die Koalitionsverhandlungen in Deutschland besteht nun Aussicht auf eine gesetzliche Quote für Frauen im Topmanagement (30 Prozent bis 2016). Das Land könnte daher aus der Sperrminorität ausscheren.

Dies wäre ein «starkes Signal für Europa und für die Frauen», sagte EU-Justizkommissarin Vivianne Reding in Strassbourg. Deutschland würde so mit Frankreich und Italien zu den Vorreitern der Vorlage gehören.