EU warnt vor Gewalt gegen Ausländer

Die EU-Agentur für Grundrechte ist alarmiert: Eine Studie listet für alle EU-Staaten mindestens 84'000 Fälle von Kriminalität gegen Ausländer im Jahr 2010 auf. Die Finanzkrise dürfte die Häufigkeit der Fälle vergrössern.

Video «In der Krise helfen die Rechtsradikalen» abspielen

In der Krise helfen die Rechtsradikalen

3:58 min, aus 10vor10 vom 10.5.2012

Die EU-Agentur für Grundrechte warnt vor einer Zunahme von Hasskriminalität gegen Ausländer und Andersgläubige in Europa. Die meisten Fälle registrierte Grossbritannien mit fast 47'000. In Deutschland zählten die Sicherheitsbehörden rund 22'000 Fälle.

«Obwohl sich die EU-Mitgliedstaaten um die Bekämpfung von Diskriminierung und Intoleranz, einschliesslich Hasskriminalität, bemühen, gibt es Hinweise, dass sich die Lage nicht bessert», teilte die EU-Agentur für Grundrechte mit. Sie wies allerdings darauf hin, dass die Daten der Fälle von Hasskriminalität zwischen den Ländern nicht vergleichbar seien.

Krawalle in Athen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gewalt gegen Ausländer nimmt zu – besonders in Griechenland wird dies sichtbar. Reuters

Zu den Minderheiten, die am stärksten betroffen sind, gehörten Roma in Tschechien, der Slowakei, Griechenland, Polen und Ungarn sowie Afrikaner in Finnland, Dänemark, Malta, Irland und Italien.

Krise erhöht Gewaltbereitschaft

In Griechenland zeigt sich exemplarisch, dass die Not in der Krise den Hass gegen Ausländer vergrössert. «Arbeit für den griechischen Arbeiter», skandieren rechtsradikale Demonstranten in der Strasse.