Zum Inhalt springen
Inhalt

International EU will Steuerschlupflöcher für grosse Konzerne schliessen

Grosse Unternehmen sollen ihre Gewinne in dem Land versteuern, wo sie auch tatsächlich operativ tätig sind. Mit einem automatischen Informationsaustausch über Steuervorbescheide will die EU-Kommission Schlupflöcher schliessen, die den Fiskus bisher jedes Jahr Einnahmen in Milliardenhöhe kosten.

Pierre Moscovici während einer Rede
Legende: Will Gewinne dort besteuern, wo sie erwirtschaftet werden: EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Reuters

Die EU-Kommission drückt nach den Enthüllungen über Steuerprivilegien für grosse Unternehmen in zahlreichen Staaten beim Kampf gegen Steuervermeidung aufs Tempo.

Sie schlug heute vor, dass die EU-Staaten alle drei Monate Informationen zu jenen Steuervorbescheiden abgleichen, die grenzüberschreitende Wirkung haben. Ein betroffenes Mitgliedsland kann dann bei Bedarf weitere Details anfordern.

Gewinne und Steuern am gleichen Ort

«Wir müssen dafür sorgen, dass der Ort, an dem Unternehmen ihre Gewinne erwirtschaften, auch der Ort ist, an dem sie besteuert werden» sagte der für Steuerfragen zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici.

Auch prüft die EU-Kommission, ob nicht mehr Informationen zur Besteuerung internationaler Konzerne offengelegt werden sollten. Allerdings müsse zuvor analysiert werden, welche Auswirkungen dies beispielsweise auf den Datenschutz und die Wahrung von Betriebsgeheimnissen habe.

Die Vorschläge müssen noch mit den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament abgestimmt werden, bevor sie in EU-Recht gegossen werden können. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Massnahmen dann ab dem 1. Januar 2016 greifen.

Bringen die Vorschläge mehr Transparenz und weniger Steuerschlupflöcher?

Führt dies wirklich zu mehr Transparenz?
Oliver Washington: Es führt zu mehr Transparenz, weil die Staaten diese Informationen austauschen müssen, die einen Staaten wissen dann, was die
anderen Staaten machen. Allerdings könnte man auch die Unternehmen zwingen, ihre Steueroptimierungsmodelle offenzulegen.
Wie stehen die Chancen für diesen Vorschlag?
Bis jetzt äussern sich alle positiv. Es gibt allerdings schon Gruppierungen, die sich dagegen wehren werden. Man darf nicht überrascht sein, wenn das Ganze noch verwässert wird und wenn am Ende wieder Schlupflöcher entstehen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    "EU will Steuerschlupflöcher für grosse Konzerne schliessen", das klingt gut, aber ich lache jetzt schon mal. Wer ist es der den Politikern die Wahlkämpfe finanziert? Woher haben diese das Geld? Des weitern müsste die EU dazu etliche einfache Stellen schaffen um zu überprüfen was international marktgerechte Preise sind und dann auf die Produkt und Dienstleistung die unter dem Marktpreis verkauft, oder über diesem eingekauft werden eine kräftige Strafsteuer wegen Steuerhinterziehung erheben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen