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International «Europa, lass uns rein!»

Die Türkei und die EU verhandeln darüber, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge in die Türkei zurückgeschafft werden können. Die Betroffenen selbst wollen dies nicht, sie möchten nach Westeuropa weiterreisen. Hunderte von ihnen demonstrieren deshalb in Griechenland für ihre Anliegen.

Legende: Video «Verzweifelte Flüchtlinge in Griechenland» abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.03.2016.

«Thank you Greece – Europe please», «We are human beeings – open the border» oder «EU let us in», skandierten die überwiegend aus Syrien, Afghanistan und Pakistan stammenden Menschen rund um den Hafen von Piräus bei Athen, wie Reporter vor Ort berichteten.

Auch auf der Insel Lesbos kam es Medienberichten zufolge zu Demonstrationen. Vor dem Registrierzentrum bei Moria versammelten sich rund 400 überwiegend aus Pakistan stammende Flüchtlinge. Sie protestierten gegen Rückführungen im Schnellverfahren.

600 Flüchtlinge seit Anfang Jahr

Athen hat nach offiziellen Angaben seit Jahresbeginn gut 600 Flüchtlinge aus Algerien, Tunesien, Marokko, Pakistan und Bangladesch zurück in die Türkei geschickt. Grundlage dafür ist ein Rückführungsabkommen zwischen Athen und Ankara.

Unterdessen kamen auch am Donnerstag wieder fast 550 Flüchtlinge von den Inseln Lesbos und Chios im Hafen Piräus an. Für den Nachmittag wurde eine weitere Fähre mit etwa 300 Flüchtlingen an Bord erwartet, berichtete das Staatsradio. In Piräus harren mittlerweile mehr als 4000 Menschen in Lagerhallen und in Zelten aus.

Weniger Flüchtlinge aus der Türkei

Gleichzeitig ging die Zahl der Flüchtlinge, die aus der Türkei auf die griechischen Inseln übersetzten, deutlich zurück. Die griechischen Behörden registrierten am Mittwoch und bis Donnerstagmorgen nur rund 240 Menschen. In den vergangenen sieben Tagen waren im Durchschnitt 1260 Flüchtlinge gekommen.

Allein in Griechenland kamen nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) seit Anfang 2015 mehr als eine Million Flüchtlinge auf dem Weg über das Mittelmeer an. Derzeit befinden sich nach Behördenabgaben etwa 45'500 registrierte Flüchtlinge im Land.

Jolie besucht Flüchtlinge

Angelina Jolie
Legende: Angelina Jolie Keystone

Die amerikanische Schauspielerin und Sonderbotschafterin des UNO-Flüchtlingshilfswerk Angelina Jolie hat ein Flüchtlingslager im griechischen Hafen Piräus besucht. Am Mittwoch liess sich Angelina Jolie von Helfern des Auffanglagers sowie von Flüchtlingen die Lage schildern.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Jeder Mensch sucht das Land in dem er glaubt ein Land zu haben in dem Milch & Honig fliesst. Die Lösung kann nur sein, dass man global auch der ganzen Welt, in jedem Land Rahmenbedingungen zu schafft, wo Milch & Honig fliessen können, ohne dass diese Früchte von "aussen" her in altbekannter kolonialer Manier abgeschöpft wird. Doch diese NWO-Politik=neue globale und Liberale Wirtschaft Ordnung steht da sich wohl selber im Wege. Es sieht da damit schon nach einem Selbstzestörungsmechanismus aus.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Die Migranten bitten nicht, sie FORDERN...
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Nanni: Zur Zeit fordern sie nur verbal. Aber es ist absehbar, dass diesen Forderungen alsbald mehr Druck verliehen wird und gegebenenfalls auch aggressive Aktivitäten folgen werden. Die Lage ist auf Zuspitzung einer Konfrontation ausgerichtet.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Mit diesen Politikern in Brüssel wird es keine Konfrontation geben. Man wird sie rein lassen, Europa schafft das schon. Das Gesülze an politischer Diplomatie, ist doch kaum noch lesbar, besser gesagt, es lohnt sich auch nicht mehr.
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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    "die Betroffenen selbst wollen dies nicht, sie möchten nach Westeuropa weiterreisen." Wann endlich wird dieser "wünsch dir was" Mentalität der sog. Flüchtlinge, seitens der EU, der Riegel geschoben? Es kann doch einfach nicht angehen, dass Flüchtende in einem sicheren Land, welches sie aufnimmt und kein Krieg herrscht, ihre Forderungen durchsetzen können! Die Absicht dahinter ist klar: Man will an den Honigtopf und wenig später Familienangehörige nachkommen lassen.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Erwin Jenni: Jeder Mensch sucht das Land in dem er glaubt ein Land zu haben in dem Milch & Honig fliesst. - Die Lösung kann nur sein, dass in jedem Land Rahmenbedingungen zu schaffen sind, wo Milch & Honig fliessen können, ohne dass diese Früchte von "aussen" her in altbekannter kolonialer Manier abgeschöpft wird.
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    2. Antwort von Jana Vilim (Jana Vilim)
      Der Honigtopf ist leer. Im Januar 2016 waren in der EU saisonbereinigt rund 21,8 Millionen Personen arbeitslos; in der Euro-Zone waren es rund 16,65 Millionen.
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