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International Ex-Chefin von Hewlett-Packard will ins Weisse Haus

Sie heisst Carly Fiorina und zählt in den USA zu den umstrittensten Geschäftsfrauen. Nun will sie US-Präsidentin werden. SRF-Korrespondent Arthur Honegger mit einer ersten Einschätzung ihrer Wahlchancen.

Legende: Video Carly Fiorina will ins Weisse Haus abspielen. Laufzeit 00:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.05.2015.

Unter die Top 20 ist sie schon vorgedrungen. Der amerikanische Nachrichtensender CNBC suchte vor einiger Zeit nach den «Worst American CEOs of All Time», also nach den schlechtesten US-Chefs aller Zeiten. Carly Fiorina figuriert auf dieser Liste auf dem 19. Platz. Die gebürtige Texanerin war zwischen 1999 und 2005 CEO des Unternehmens Hewlett-Packard (HP).

Entlassung von 15'000 Mitarbeitern

In ihrer Zeit als HP-Chefin entliess die mittlerweile 60-Jährige 15‘000 Mitarbeiter. Pikant: Der Firmenwert verlor während ihrer Amtszeit massiv an Wert. Die Gründe sind allerdings vielfältig. Zum einen verloren die meisten Technologie-Unternehmen während der Internetblase 1999 an Wert. Nach einer Kurserholung in den beiden Nachfolgejahren zog die Übernahme des Computerherstellers Compaq im Jahr 2002 den HP-Kursverlauf abermals nach unten.

Für zusätzlichen Unmut sorgte zum anderen ihre hohe Abfindung im Wert von knapp 21 Millionen Dollar. «The Witch is dead» (Die Hexe ist tot), sollen die HP-Angestellte gerufen haben, als das Unternehmen ihre Kündigung bekannt gab. Dazu kam es, weil die Carly Fiorina interne Unterlagen an die Medien weitergab

Die Häme der amerikanischen Medien über Carly Fiorina erreichte 2010 einen neuen Höhepunkt. Die Uni-Absolventin wollte vor fünf Jahren für die Republikaner den kalifornischen Senatssitz erobern. Sie scheiterte aber an ihrer demokratischen Gegnerin Barbara Boxer.

Einschätzung von Arthur Honegger

Arthur Honegger neben der amerikanischen Flagge.
Legende: SRF-Korrespondent Arthur Honegger in Washington. SRF

Eigentlich, so könnte man meinen, sind das der Gründe genug, bei den Präsidentschaftswahlen bereits in den Vorwahlen zu scheitern. Doch SRF-Korrespondent Arthur Honegger weist darauf hin, dass in den USA akzeptiert wird, Misserfolge wegzustecken und neu zu starten.

Allerdings: «Wenn dabei aber die Jobs der einfachen Leute auf der Strecke bleiben, wird das im Wahlkampf ein schwerwiegendes Problem», so Honegger. Der versierte USA-Kenner schätzt ihre Chancen denn auch als gering ein: «Ihr Mangel an politischer Erfahrung und die grosse Konkurrenz innerhalb der Partei machen Fiorina in diesem Rennen momentan zur Aussenseiterin.»

Antipodin zu Hillary Clinton

Sollte es aber zu einem Duell zwischen ihr und Hillary Clinton kommen, werden zwei Frauen aufeinander treffen, die in Schlüsselfragen ausserordentlich weit auseinander liegen. Gemäss der «Los Angeles Times» hat Fiorina eine ablehnende Haltung zu Themen wie Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen.

Hillary Clinton hat zu diesen Fragen, die im Wahlkampf wohl immer wieder aufkommen, eine dezidierte Haltung: Sie befürwortet die Homo-Ehe und ist für das Recht zur Abtreibung auch schon auf die Strasse gegangen.

Doch beide Politikerinnen müssen zuerst noch die Wähler ihrer eigenen Partei überzeugen, um für den Präsidentschaftskampf nominiert zu werden.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Fuchs, Lausanne
    Bei den Republikanern würde mir ein Chris Christie gefallen. Er hat mir imponiert als er nach Hurricane Sandy den politischen Gegner (die Obama Administration) laut und öffentlich gelobt hat. Das lässt auf Kompromissbereitschaft und eine gewisse Grösse schliessen.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Mit Carly Fiorina als Präsidentin muss sich die Schweiz vielleicht auch auf US-Wirtschaftsflüchtlinge gefasst machen. Warum nicht eine Angelina Jolie als Präsidentin? Die hat zumindest offensichtlich ein Herz für Kinder.
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