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International Experten müssen weiter um Zugang zur MH17-Absturzstelle ringen

In der Ostukraine läuft nichts wie geplant. Internationale Experten hätten heute erstmals zur Absturzstelle des Flugs MH17 vorstossen sollen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Doch daraus wird nichts. Vor Ort kämpfen erneut ukrainischen Soldaten und Separatisten gegeneinander.

Die Ermittler vor Ort (im Bild ein Experte aus Malaysia) werden nun durch diverse weitere Experte unterstützt. (Reuters)
Legende: Die Ermittler vor Ort (im Bild ein Experte aus Malaysia) müssen sich weiter in Geduld üben. Reuters

Einen Moment lang gab es Hoffnung, dass internationale Experten bald sicher zur MH17-Unglücksstelle bei Grabowo in der Ostukraine gelangen können. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und Malaysia hatten entsprechende Absprachen mit den pro-russischen Separatisten erreicht. Doch nun stehen sich in der Nähe der Absturzstelle ukrainische Panzer sowohl solche der Separatisten gegenüber. Granateneinschläge sind zu hören, über dem Gebiet stehen Rauchwolken.

Die ukrainische Armee will die Absturzstelle der malaysischen Boeing 777-200 bei Grabowo «von Terroristen befreien, um den internationalen Experten Sicherheit zu garantieren». Das sagte der Sprecher des Sicherheitsrates, Andrej Lyssenko. In den Tagen vorher hatte Präsident Petro Poroschenko eine Waffenruhe im Umkreis von 40 Kilometern um die Unglücksstelle zugesagt.

Für die internationalen Experten ist die Lage zu unsicher, sagte der Schweizer Alexander Hug, der die Beobachtermission leitet. In der Region seien Kämpfe im Gang, höchstwahrscheinlich auch in der Nähe der Absturzstelle, sagte Hug. Auch niederländische und australische Polizisten hätten das Vorhaben abgebrochen.

Separatisten sagten sicheren Zugang zu

Zehn Tage nach dem Absturz der Boeing der Malaysia Airlines über der Ostukraine sollten 30 forensische Experten aus den Niederlanden erstmals in das Gebiet fahren, um dort mögliche weitere Opfer zu bergen.

Verhandlungen der OSZE mit den Separatisten hätten dies ermöglicht, hatte es zuvor geheissen. Zudem erreichte der malaysische Premier Najib Razak nach eigenen Angaben mit Separatistenführer Alexander Borodai eine Übereinkunft, wonach internationale Polizeikräfte Zugang zur Unglücksstelle bekommen sollen.

Überall im ostukrainischen Konfliktgebiet haben sich die Kämpfe verschärft. Am Rand der Millionenstadt Donezk versuchte die ukrainische Armee mit Artilleriefeuer, die Separatisten zurückzudrängen.

Auch die Grossstadt Lugansk, Zentrum der separatistischen «Volksrepublik Lugansk», wurde beschossen. Heftige Gefechte gab es auch entlang der ostukrainischen Grenze zu Russland. Kiew will die Grenze unter Kontrolle bringen, um die Rebellen von ihrem vermuteten Nachschub aus Russland abzuschneiden.

Experten auch aus Russland

Auch Russland entsendet vier Luftverkehrsexperten in das Konfliktgebiet. Sie werden sich ebenfalls an den internationalen Ermittlungen zur Absturzursache der malaysischen Boeing 777-200 beteiligen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Chris R., Düsendorf
    Russland hat den Abschuss der malaysischen Boeing zu verantworten, das ist so gut wie sicher. Nun sieht Russland sein primäres Interesse offensichtlich darin, dies zu verschleiern und die Spuren, vor allem die Trümmerteile der Rakete, zu finden und zu beseitigen. Deshalb können internationale Experten vor Ort nicht gebraucht werden. Kämpfe hin oder her - nach den Raketentrümmern wird ohne Zweifel diskret aber intensiv gesucht !
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    1. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      Klare Worte,kann nur zustimmen,sehe ich genau auch so!
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    2. Antwort von A. Stahel, 8000 Zürich
      Wie schön, dass sie ihre Aussagen auch gleich mit Belegen untermauern. Die Russen haben immerhin ihre Radar und Satelliten Daten veröffentlicht. Vom Westen gibts als Antwort nach wie vor nur Anschuldigungen ohne Grundlage ausser der, dass "der Russe" schliesslich der Böse sei. Was stimmt und was nicht kann ich im Gegensatz zu ihnen vom Schreibtisch aus nicht beurteilen, aber Fakt ist, dass vor der Verurteilung erstmal eine neutrale Aufklärung kommen muss.
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  • Kommentar von elize naude, zürich
    das elend hat keine ende...
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  • Kommentar von M.Krebser, Thun
    Es gibt Hinweise, dass Kiever Junta Terroranschläge in der Ukraine plant um wieder die ganze Schuld in die Schuhe von Selbstverteidigungskräfte von Novorossija zu schieben und natürlich auch Russland zu dämonisieren. Das wird die Zuschauer von der Abklärung der Flugkatastrophe ablenken weil bekanntlich unternimmt Kiever Junta alles damit diese Tragödie nicht objektiv abgeklärt werden kann (siehe jetzt Poroshenko's Nichteinhaltung der Waffenruhe im 40-Kilometer-Umkreis um den Absturzort).
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      M. Krebser, es gibt auch Andeutungen, dass sich NATO Truppen, resp. 1000 Soldaten aus NL, dem Weg nach Kharkov befinden könnten od. bereits eingetroffen wären. Dann ist es natürlich auch kein Problem, wenn die Polizisten an der Unfallstelle unbewaffnet sind.
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    2. Antwort von M.Krebser, Thun
      NATO Truppen? Sie haben dort nichts zu suchen! Ich kann nicht glauben das sie unbewaffnet sind.
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    3. Antwort von M.Krebser, Thun
      S.Meier. Wieso kommen die ausgerechnet aus NL? Kann es sein dass es kein Zufall war dass der Flugzeug aus NL geflogen war? Die Holländischen Truppen kommen nicht wegen MH17, sondern wegen Shell Niederlande um die Bohrstellen zu schützen - aus keinem anderen Grund. (Ukraine: Hier die Wahrheit und die Fakten, Monitor bei wdr.de)
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    4. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Krebser,S.Meier! Schreiben Sie doch nicht so einen Schwachsinn.Von wegen Natotruppen???Das sind niederländische Polizisten die vorgesehen waren den Absturz von MH17 zu untersuchen und nichts anderes!!! Die Nato würde nie Soldaten in die Ukraine schicken! Was man hier alles liest ist ja schon unglaublich!
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    5. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Die NATO Soldaten werden sicher bewaffnet sein, aber die Polizisten aus NL und Australien, die den Abstrutz der MH17 ermitteln sollen sind es nicht. Wie gesagt das sind Andeutungen, die ich gelsen habe. Ob wahr od. nicht wird sich zeigen. Shell Niederlande musste die Bohrungen wegen der unsicheren Lage verschieben.
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