Extremisten entführen UNO-Soldaten auf dem Golan

Bewaffnete Kämpfer haben auf den Golanhöhen im Süden Syriens 43 UNO-Blauhelmsoldaten in ihre Gewalt gebracht. Laut arabischen Medienberichten soll es sich bei den Tätern um Angehörige der radikal-islamischen Al-Nusra-Front handeln.

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Bildlegende: Die Undof-Mission war 1974 ins Leben gerufen worden, um den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien zu überwachen. Keystone

Die Gewalt im syrischen Bürgerkrieg eskaliert immer mehr. Bewaffnete brachten 43 UNO-Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen im Süden des Landes in ihre Gewalt. Laut arabischen Medienberichten soll es sich um Angehörige der radikal-islamischen Al-Nusra-Front handeln.

Nach UNO-Angaben wurden weitere 81 Soldaten der sogenannten Undof-Mission an ihren Standorten Ruwaihina und Al-Buraika eingekesselt. Hintergrund seien heftige Kämpfe zwischen der syrischen Armee und bewaffneten Extremisten.

Am Vortag hatten Al-Nusra-Milizen zusammen mit anderen Regimegegnern in Kunaitra den Übergang zu den von Israel besetzen Golanhöhen eingenommen.

Mandat bis Ende 2014

Derzeit sind nach UNO-Angaben 1223 Blauhelmsoldaten an der Mission beteiligt. Sie stammen aus Indien, Irland, Nepal, den Niederlanden, den Fidschi-Inseln und von den Philippinen. Die Undof-Mission überwacht seit 1974 den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien.

Schon 2013 hatten Bewaffnete mehrere Undof-Soldaten an den Golanhöhen in ihre Gewalt gebracht, sie waren unversehrt wieder freigekommen. Im Juni hatte der UNO-Sicherheitsrat das Mandat bis zum 31. Dezember 2014 verlängert.

Gewalt im Nordosten

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübte im Nordosten Syriens ein Massaker an gefangenen syrischen Soldaten. Die Extremisten töteten mindestens 160 Angehörige der Armee, nachdem sie am Sonntag den strategisch wichtigen Militärflughafen Al-Tabka eingenommen hatten.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die meisten Opfer seien auf der Flucht von dem Flughafen in die Hände der Extremisten gefallen.