Zum Inhalt springen

International Fahrplan für den Iran solls richten

Die Internationale Atomenergiebehörde und der Iran einigen sich auf einen Fahrplan für weitere Atomverhandlungen. Dieser regelt unter anderem Inspektionen von Militäranlagen. Bei den Atomverhandlungen, die am Wochenende in Genf zu Ende gingen, waren noch keine greifbaren Resultate erzielt worden.

Ein Fahrplan für die technische Zusammenarbeit zwischen dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) steht. Beide Parteien haben in der iranischen Hauptstadt Teheran einen neuen Vertrag unterschrieben. Für die Unterzeichnung war IAEA-Chef Yukiya Amano eigens nach Teheran gereist und hatte dort Irans Atomchef Ali-Akbar Salehi getroffen.

In der Abmachung geht es unter anderem um Inspektionen von Militäranlagen, zu der auch jene von Parchin im Südosten von gehört.

Parchin ist Hauptanliegen der IAEA

Auf Parchin liegt das Augenmerk der IAEA. Der Grund: Westliche Geheimdienste vermuten, dass dort Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen stattgefunden haben.

Wann der Iran dort eine Inspektion erlauben wird, ist jedoch noch unklar. Das Land hat mehrmals betont, ohne Anerkennung seines Rechts auf ein friedliches Atomprogramm und ohne Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen sei eine Inspektion von Parchin nicht möglich. Beide Forderungen wurden bis jetzt von der internationalen Gemeinschaft nicht erfüllt.

IAEA darf Arak besuchen

Der neue Fahrplan sieht auch eine Inspektion des Schwerwasserreaktors Arak vor. Dieser sorgte bei den jüngsten Atomverhandlungen in Genf für heftige Diskussionen. Er wird, sobald in Betrieb, Plutonium produzieren und damit dem Iran einen zweiten Weg zur Atombombe auftun, neben jenem der Urananreicherung.

Des weiteren verpflichtet sich der Iran, der IAEA künftig auch Informationen über geplante Atomanlagen zu liefern. Die Inspektoren aus Wien dürfen zudem die Uranmine Garchin besuchen.

Die Atombehörde möchte ausserdem, dass der Iran ein Zusatzprotokoll zum Atomsperrvertrag unterzeichnet. Es würde der IAEA auch unangemeldete Inspektionen erlauben, jederzeit und überall. Doch dazu ist der Iran noch nicht bereit.

Legende: Video Keine Einigung aber nächstes Treffen abspielen. Laufzeit 0:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.11.2013.

Erneutes Genf-Treffen

Die dreitägigen politischen Verhandlungen der fünf UNO-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran waren ohne Einigung beendet worden. Beide Seiten vereinbarten jedoch ein weiteres Treffen am 20. November in Genf.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Schmidlin, Riehen
    Man kann auch lesen: „Die Vereinbarung soll als Fahrplan für die weitere Zusammenarbeit dienen und wurde als positives Zeichen für die auf den 20. November vertagten Atomverhandlungen gewertet. Aus diplomatischen Kreisen verlautete allerdings, die Erlaubnis für eine Inspektion der Militäranlage Parchin - ein wichtiges Anliegen der IAEA - sei nicht gewährt worden. Auch die Untersuchung von anderen Projekten zur mutmasslichen Entwicklung von Atomwaffen wurde ausgeklammert“ (NZZ vom 12.11.).
    Ablehnen den Kommentar ablehnen