Familien von US-Soldaten sollen Südtürkei verlassen

Die USA haben die Familien von Diplomaten und Soldaten aufgerufen, den Süden der Türkei zu verlassen. Sie fürchten um ihre Sicherheit. Der Aufruf richte sich an mehrere hundert Personen.

Türkischer Polizist mit Maschinenpistole steht Wache vor einem Haus, hinter ihm ein Polizeifahrzeug Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die USA-Armee hält die Sicherheit für die Angehörigen ihrer Soldaten im Süden der Türkei nicht mehr für gegeben. Keystone

Aus Sicherheitsgründen haben die USA Angehörige ihrer Streitkräfte und ihres diplomatischen Personals in der Südtürkei angewiesen, die Region zu verlassen. Das teilte die Kommandozentrale für die US-Streitkräfte in Europa (EUCOM) mit.

Von der Ausreise betroffen sind rund 670 Angehörige, wie eine Sprecherin von EUCOM sagte. Es handelt sich um Familien von Militärangehörigen, die an der Nato-Luftwaffenbasis in Incirlik sowie in Mugla und Izmir stationiert sind.

Mit Türkei abgestimmt

Die USA fliegen von Incirlik aus Luftangriffe gegen den Islamischen Staat (IS). Die Basis liegt etwa 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Der Aufruf zur Ausreise sei in Abstimmung mit der türkischen Regierung gefallen, hiess es. Das US-Aussenministerium erneuerte seine Reisewarnung für die Türkei. Auch Angehörige von Mitarbeitern des US-Konsulates in Adana wurden zur Ausreise aufgefordert.

Touristen und Zivilisten im Visier

Terrorgruppen hätten Touristen explizit zum Ziel gemacht, heisst es in der Mitteilung der EUCOM. In der Türkei wurden in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verübt.

Ein Selbstmordattentäter riss am 19. März auf einer belebten Einkaufsstrasse in Istanbul vier Menschen mit in den Tod. Zuvor starben bei einem Anschlag in Ankara 37 Menschen.