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Säbelrasseln am Nationalfeiertag in Nordkorea
Aus Tagesschau vom 15.04.2017.
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Spannungen in Ostasien «Fast sofort explodiert»: Raketentest Nordkoreas scheitert

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein neuer Raketentest des Landes ist am Sonntag gescheitert, erklärten Beobachter in Südkorea und den USA.
  • Die ballistische Rakete sei unmittelbar nach ihrem Abschuss explodiert, erklärten die US-Streitkräfte.
  • Südkoreas Regierung hat den Raketentest scharf verurteilt und erwägt für den Wiederholungsfall «ernsthafte Strafmassnahmen».
  • Bei einer Militärparade in Pjöngjang hatte das Land am Samstag 56 Raketen verschiedener Bauart präsentiert.

Erneut provoziert Nordkorea mit einem Raketentest. Ausgerechnet zum Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence in Südkorea startet das nordkoreanische Militär wieder einen Flugkörper.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte in Seoul berichtete, scheiterte der Raketentest allerdings. Es war zunächst unklar, was für eine Art Rakete abgeschossen worden ist. UNO-Resolutionen untersagen Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen.

«Fast sofort explodiert»

Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte, Nordkorea habe am Morgen versucht, «einen unbestimmten Raketentyp vom Bereich Sinpo in der südlichen Provinz Hamkyong aus zu testen, aber wir vermuten, dass der Abschuss gescheitert ist». Das Ministerium analysiere den Raketentest, um weitere Details zu erfahren.

Scharfe Protestnote aus Seoul

Unmittelbar nach dem gescheiterten Raketentest Nordkoreas hat die Regierung Südkoreas eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates einberufen. Man werde «entschieden» gegen weitere nordkoreanische Provokationen reagieren, hiess es in einer Stellungnahme aus dem Präsidentenamt.

Auch das südkoreanische Aussenministerium hat Nordkoreas gescheiterten Raketentest «scharf verurteilt». Sollte Nordkorea einen weiteren Nukleartest oder anderweitige Provokationen unternehmen, würde man mit «ernsthafte Strafmassnahmen» reagieren.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte das Scheitern eines neuen nordkoreanischen Raketentests. Nordkorea habe anscheinend versucht, eine ballistische Rakete abzufeuern, diese sei jedoch «fast sofort explodiert», sagte ein Sprecher des US-Pazifik-Kommandos in Washington.

Dutzende Raketentypen bei Militärparade

Der Test erfolgte nur einen Tag nach den Feiern zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung, zu dem am Samstag eine grosse Militärparade durch die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang gezogen war. Dabei hatte die Armee des Landes 56 Raketen verschiedener Bauart präsentiert, darunter möglicherweise auch auch eine neue ballistische Interkontinentalrakete.

Der Raketentest überschattet den Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence, der an diesem Sonntag in Seoul erwartet wurde. Pence wollte vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden. Der US-Vizepräsident hatte geplant, mit US-Soldaten, die in der Pufferzone an der streng bewachten Grenze zwischen Nord-und Südkorea stationiert sind, Ostern zu feiern und auch Gespräche mit der südkoreanischen Regierung zu führen.

Peking warnte vor neuen Provokationen

Beobachter hatten anlässlich der alljährlichen Feierlichkeiten zum «Tag der Sonne» genannten Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung mit einem Atom- oder Raketentest gerechnet. US-Präsident Donald Trump hatte einen Flottenverband mit dem US-Flugzeugträger «USS Carl Vinson» entsandt, der nahe der koreanischen Halbinsel in Position gehen wollte.

China hatte noch am Freitag vor dem Hintergrund der stark angespannten Lage eindringlich vor neuen Provokationen und Drohungen gewarnt. Alle Seiten sollten Zurückhaltung zeigen und nichts unternehmen, was die Situation noch verschärfen könnte, hatte Aussenminister Wang Yi gesagt.

Symbolisches Säbelrasseln

Washington kündigte an, wegen der Gefahr aus Nordkorea «militärische Optionen» zu prüfen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verschärft seit einiger Zeit die Provokationen gegen den Westen.

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich jüngst weiter zugespitzt. US-Präsident Donald Trump drohte, die USA seien notfalls zu einem Alleingang bereit, wenn China nicht den Druck auf seine Verbündeten in Pjöngjang erhöhe.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Koch  (Koch)
    Gegen den Westen? Meines Wissens "nur" gegen die USA...
  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Sieht so aus als ob sich Kim mächtig blamiert hat, vorerst mal.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Voererst Herr Haller. Wie sagt doch das Sprichwort: es ist noch nicht aller Tage Abend.
    2. Antwort von Kon Rubic  (rubickon)
      Oder er ist ein facher clever: Hätte man die Rakete nicht gestartet, dann könnte das als Rückzieher oder Schwäche angesehen werden. Die Rakete wurde gesprengt, damit wird dem "Westen" kein Argument zu einem Angriff gegeben. Ich hoffe, dass keine Zeit kommen wird, wo gesagt wird: "Was ihr habt keine Atomwaffen? Seid ihr denn irre? Mit euch können die Atommächte tun, was sie wollen!"
  • Kommentar von alfred maurer  (zeitgeist)
    wie wäre es mit schweizer diplomatie im prozess des gegenseitigen säbelrasslens zwischen nordkorea und den usa. jeder raketentest ist ein test zu viel. - auch worte sind taten. sie können gewichtiger sein als 11 tonnen tnt -
    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Worte sind fuer Kim nur Schall, Rauch und Lärm. Der schenkt diesen Worten gar keine Beachtung. Man wird wohl inskuenftig seine Raketen mit dem TAAD-System abschiessen müssen. Fuer die USA ist dies eine gute Uebungsanlage fuer den Ernstfall und Testfall fuer das Abwehrsystem.
    2. Antwort von John Johnson  (Kelten)
      @maurer. Diese (erfolglose) diplomatische Friedensbemühungen gab und gibt es seitens der Schweiz seit über 60 Jahren. Seit dem Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea von 1953 (Friedensvertrag gibt es bis heute nicht) ist u.a. die Schweizer Armee zusammen mit Schweden, unter dem „Patronat“ NNSC (Neutral Nations Supervisory Commission), in Korea an der scharf bewachten Grenze zwischen Süd- und Nordkorea stationiert; wenn auch eher nur symbolisch mit je fünf Mitgliedern.