Verleihung der Nobelpreise Feierliche Übergabe in Oslo und Stockholm

Die Nobelpreisträger des Jahres 2016 nehmen in Oslo und Stockholm ihre Auszeichnungen entgegen.

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Nobelpreisverleihung ohne Bob Dylan

1:53 min, aus Tagesschau vom 10.12.2016

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Preise werden traditionell am 10. Dezember verliehen, dem Todestag des schwedischen Preisstifters Alfred Nobel.
  • Vergeben werden die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften sowie der Friedensnobelpreis.
  • Nur der Literaturnobelpreis wird nicht übergeben: Preisträger Bob Dylan hat für die Feier abgesagt.

Die Nobelpreisträger 2016 sind bei Feiern in Stockholm und Oslo geehrt worden. Zuerst nahm der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos in der norwegischen Hauptstadt am Mittag den Friedensnobelpreis entgegen. Die Auszeichnung war ihm für seine Bemühungen um ein Ende des blutigen Guerilla-Kriegs in seinem Land zuerkannt worden.

Nachdem das Volk einen ersten Friedensvertrag mit der linken Farc-Guerilla in einem Referendum im Oktober abgelehnt hatte, nahm der Kongress Ende November eine neue Version des Abkommens an. «Mit diesem neuen Vertrag ist der älteste und letzte bewaffnete Konflikt der westlichen Hemisphäre beendet», sagte Santos in Oslo.

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm überreichte König Carl XVI. Gustaf den Preisträgern in Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaft am späten Nachmittag ihre Auszeichnungen.

Nur der Literaturnobelpreis wurde nicht verliehen, weil Preisträger Bob Dylan für die Feier abgesagt hatte. Wann und auf welchem Wege er die Auszeichnung bekommt, ist noch unklar.

Den Medizin-Nobelpreis nahm der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi für seine Entdeckung entgegen, wie die Müllabfuhr der Körperzellen funktioniert. «Ihre bahnbrechende Forschung hat ein uraltes Rätsel in der Biologie gelöst», sagte Laudator Nils-Göran Larsson vom Nobelkomitee für Medizin.

Mit dem Physik-Preis wurden die theoretischen Physiker David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für ihre Beschreibung exotischer Materiezustände geehrt. Die gebürtigen Briten leben und forschen in den USA.

Den Nobelpreis in Chemie überreichte der Monarch dem gebürtigen Briten James Fraser Stoddart, Jean-Pierre Sauvage aus Frankreich und dem Niederländer Bernard Feringa für die Entwicklung der kleinsten Maschinen der Welt. «Ihre Arbeit hat die Grundlage für ein völlig neues Forschungsfeld geschaffen», sagte Nobeljuror Olof Ramström.

Schliesslich wurden die in den USA lehrenden Forscher Oliver Hart und Bengt Holmström mit dem Nobelpreis für Wirtschaft bedacht. Ihre Arbeiten helfen beim Verständnis von komplizierten Verträgen, etwa von Top-Managern. Im Gegensatz zu den traditionellen Nobelpreisen geht die Wirtschafts-Auszeichnung nicht auf das Testament des schwedischen Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie wurde erst 1968 von der Reichsbank gestiftet.