Feldbetten für Fluggäste in Frankfurt

Nach einem chaotischen Streiktag startet der Frankfurter Flughafen in einen neuen Tag. Die Folgen des Ausstands der Sicherheitsleute sind aber noch zu spüren.

Eine Gruppe asiatischer Jugendlicher vertreibt sich die Zeit mit einem Kartenspiel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Es braucht weiterhin Geduld auf dem Flughafen in Frankfurt. Keystone

Nach dem 21-stündigen Warnstreik am Frankfurter Flughafen sind die ersten Sicherheitsleute wieder im Dienst. Der reguläre Betrieb sei um 23 Uhr aufgenommen worden, sagte ein Flughafen-Sprecher.

Reisende bekamen den Ausstand indessen auch noch in der Nacht zum Samstag zu spüren. Der Flughafen stellte den gestrandeten Kunden Feldbetten zur Verfügung. Den Fluggästen vom Samstag wird empfohlen, mehr Zeit für die Abfertigung einzuplanen und sich bei den Airlines über ihr Flüge zu informieren.

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Lufthansa fordert Konsequenzen

Der Verdi-Streik ist laut der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa «wissentlich» auf einen der verkehrsreichsten Tage gelegt worden und ist «vollkommen unverhältnismässig». Die Politik müsse nun handeln, fordert das Unternehmen in einem Schreiben.

Der Warnstreik der Fluggast-Kontrolleure hatte den grössten deutschen Flughafen am Freitag lahm gelegt. Er wurde für Passagiere weitgehend gesperrt. Abgefertigt wurden nur noch jene Kunden, die in Frankfurt umsteigen mussten.

Zahlreiche Plätze in den Maschinen blieben leer, weil die vorgeschriebenen Passagierkontrollen nicht stattfinden konnten. Von 183 in den beiden Terminals verfügbaren Kontrollspuren waren zeitweise nur 20 besetzt, hiess es weiter. Bis zum Nachmittag wurden 60 Flüge gestrichen.

An den geöffneten Passagier-Kontrollen bildeten sich riesige Menschentrauben. Im Gedränge kämpften viele Wartende mit Kreislaufproblemen, berichteten Augenzeugen. Sanitäter waren im Einsatz.

Mehr Lohn gefordert

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Sicherheitsleute zu einem nahezu ganztägigen Streik aufgerufen, um höhere Löhne durchzusetzen. Verdi fordert für die Beschäftigten der Branche einen einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro. Die Arbeitgeber haben laut Verdi bisher aber nur zwischen zehn und 13 Euro angeboten.