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International Feuergefecht auf dem Golan

Die Pufferzone zwischen Syrien und Israel kommt nicht zur Ruhe. Nachdem am Donnerstag 44 UNO-Blauhelmsoldaten verschleppt worden waren, ist es nun im Grenzgebiet zu Feuergefechten gekommen.

Legende: Video Feuergefechte auf den Golanhöhen abspielen. Laufzeit 00:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.08.2014.

Am frühen Morgen haben syrische Rebellen zwei Stützpunkte der UNO-Friedenstruppen auf den Golanhöhen angegriffen.

Rund 40 Soldaten aus den Philippinen des sogenannten UNO-Camps 68 seien am Morgen unter Beschuss geraten, teilte Verteidigungsminister Voltaire Gazmin mit. Die Rebellen hatten verlangt, dass die Blauhelme ihre Waffen abgeben und sich aus der Grenzregion zurückziehen. In Sicherheitskreisen hiess es, die Soldaten seien unversehrt.

Am Donnerstag wurden 44 Blauhelmsoldaten der Fidschi-Inseln von einer Al-Kaida nahestehenden Miliz von Islamisten verschleppt. Ihr Posten lag rund acht Kilometer vom dem der Philippiner entfernt.

Bei den Rebellen soll es sich um Mitglieder der Al-Nusra-Front handeln. Nach Angaben der Vereinten Nationen soll es den Verschleppten aber gut gehen. Direkten Kontakt mit den 44 Mitgliedern der Undof-Beobachtergruppe habe es allerdings nicht gegeben, sagte die UNO am Freitag.

Zu den eingekesselten 72 philippinischen UNO-Soldaten haben die Vereinten Nationen hingegen Funkverbindung. Auch ihnen geht es gut.

UNO-Blauhelme verweigern Waffenabgabe

Diese auf den Golanhöhen im Süden Syriens eingekesselten Blauhelme wollen ihre Position gegen radikale Milizen verteidigen. Die eingeschlossenen Soldaten hätten sich geweigert, ihre Waffen abzugeben, erklärte ein Sprecher der philippinischen Armee in Manila. Sie seien darauf vorbereitet, mit solchen Situationen umzugehen. Die Soldaten würden das Risiko auf sich nehmen, um die internationale Stabilität und den Frieden zu sichern.

Alle Soldaten gehören der Undof an – eine Gruppe, die den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien seit 1974 beobachtet.

Wiederholte Gefangennahmen

In Syrien tobt seit mehr als drei Jahren ein Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad, der sich zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen hat. An dem Aufstand beteiligen sich mehrere, teilweise untereinander verfeindete radikale Gruppen. Darunter ist der Islamische Staat, der auch im Irak grosse Gebiete unter seine Kontrolle gebracht hat.

Im Laufe des Krieges sind Blauhelmsoldaten wiederholt von Extremisten verschleppt worden. In allen Fällen kamen sie bislang unversehrt wieder frei.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von U.Fröhlich, Herisau
    eine Gruppe der UNO Blauhelme habe sich nach Angriff der Rebellen über die Grenze nach Israel in Sicherheit gebracht...bestätigt sich diese Meldung?
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Ein Hoch auf die Soldaten!Zwei Gründe,warum die Soldaten so reagieren und sich den Islamisten entgegenstellen: 1. Die Philippinen haben selbst ein Problem mit extremen Muslimen.So wie jeder Staat auf der Welt,der auf der Bruchlinie zwischen dem Islam und anderen Kulturen liegt. Man versteht die Bedrohungslage,in der IS ständig schwebt. 2. Die Filipinos sind eine der am wenigsten antisemitischen Nationen und pflegen eine sehr gute Beziehung zu IS.Nicht nur die Diplomaten,sondern auch das Volk.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wohlauf? Wer solche Meldungen verbreitet, kann sich sicher nicht in die Lage solcher Gefangener und auch ihrer Angehörigen einfühlen. Die Kriegslage kann sich auch in Syrien sehr schnell verändern - und plötzlich werden die Gefangenen von ihren Entführern nicht mehr als "schutzwürdig", sondern als Feinde betrachtet, die es zu "eliminieren" gilt. Deshalb ist es gefährlich, solche harmlosen Meldungen zu verbreiten.
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