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International Fifa-Ethikkommission trifft Vorabklärungen gegen Infantino

Angetreten ist er als Reformer. Jetzt scheint Gianni Infantino seinen Kredit zusehends zu verspielen. Recherchen von «10vor10» zeigen: Bei der Ethikkommission des Weltfussballverbandes laufen Vorabklärungen gegen den Präsidenten des Weltfussballverbandes.

Legende: Video Ethikkommission: Vorabklärungen gegen Infantino abspielen. Laufzeit 04:09 Minuten.
Aus 10vor10 vom 01.06.2016.

Bei der unabhängigen Ethikkommission des Weltfussballverbands Fifa laufen Vorabklärungen gegen Präsident Infantino. Bei der Ethikkommission des Weltfussballverbandes gingen zudem in den vergangenen Tagen und Wochen Anzeigen ein – gegen den amtierenden Präsidenten Gianni Infantino.

Das bestätigen mehrere Quellen gegenüber «10vor10». Gemäss diesen Informationen prüft die Ethikkommission, ob die erhobenen Vorwürfe ausreichen, um ein Verfahren gegen Präsident Infantino einzuleiten.

Brisante Ton-Mitschnitte aufgetaucht

Hintergrund der Affäre ist der Eklat am Fifa-Kongress in Mexiko-City: Dort strebte Fifa-Präsident Gianni Infantino an, dass die Mitglieder der Ethikkommission in Zukunft auf Wunsch des Fifa-Council ausgetauscht werden können. Kritiker sehen in diesem Vorgehen eine faktische Entmachtung der Ethikkommission. Mit dieser Einschätzung stehen die Experten nicht alleine da. Offenbar sah dies auch Fifa-Chefkontrolleur Domenico Scala genauso und trat nach dem gefällten Entscheid in Mexiko zurück.

Darüber hinaus veröffentlichte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Dienstag einen Bericht mit Ton-Mitschnitten, in denen sich der amtierende Fifa-Präsident über ein aus seiner Sicht offenbar zu tiefes Gehaltsangebot beschwert. Laut dem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» soll die Sitzung vor dem Fifa-Kongress in Mittelamerika stattgefunden haben.

Fifa weist Vorwürfe vehement zurück

Die Fifa selbst wollte zu den Anzeigen und Vorwürfen gegen Gianni Infantino keine Stellung nehmen. Allerdings betont der Weltfussballverband: «Insbesondere was die Ernennung und Entlassung von Mitgliedern der Fifa-Kommissionen betrifft, gab es gegenüber den Medien vorsätzlich falsche Darstellungen.

Diese Entscheidung, die von der Mehrheit des Fifa-Rats unterstützt und vom Kongress verabschiedet wurde, erfolgte, um den Rat in die Lage zu versetzen, interimistisch Mitglieder für freie Positionen in den neuen Kommissionen zu ernennen, damit diese Kommissionen ihre Funktionen im Rahmen der Reformprozesse schon vor dem nächsten Fifa-Kongress 2017 aufnehmen können.»

Zudem hält die Fifa fest, dass Gianni Infantino, wie auch der Fifa-Rat die Unabhängigkeit der Audit- und Compliance-Kommission und der Ethikkommission respektieren und unterstützen. Ausserdem versichert die Fifa, dass das Gehalt von Gianni Infantino öffentlich gemacht wird, und dass dieses niedriger als dasjenige seiner Vorgänger und der vorherigen Generalsekretären sein wird.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Die FIFA Führungsgilde hat nichts gelernt. Ich denke, man sollte den Laden zu Gunsten dieses schönen Sports auflösen und die Kerle in die Wüste schicken! Unglaubliche Frechheit, was sich der neue Chef da wieder erlaubt. War wohl zu nahe an Blatter und hat ihm über die Schultern geschaut wie Selbstbedienung funktioniert!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Es sei "unanständig", dass eine Lohnforderung ein solches Chaos bei der Fifa anrichte. Der neue Fifa-Präsident "demaskiert" sich, Infantino ist noch schlimmer und plumper als Blatter. Geldgier kennt keine Ethik und Moral. Er stand für einen Neubeginn der Fifa nach der Ära von Sepp Blatter. Doch der Ruf Gianni Infantino hat bereits stark gelitten. Nichts hat sich geändert bei der Fifa. Infantino ist leider auch der falsche Mann. Egobezogen!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Und am Schluss steht ein einziger reingewaschen da... dr Seppi! taete mich TOT-lachen!
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Irgendwann wird herauskommen, wer und wieso die "Operation Blatter" initiiert hat. Das wird dann echt spannend. Dass Blatter eine saubere weste hat, denke ich nicht. Doch er hat sich mit seinen Methoden in den üblichen Bahnen bewegt, die in der Wirtschaft akzeptiert sind. Und in der grossen Wirtschaft/Spitzenpolitik sind noch ganz andere Taktiken üblich. Naivität ist hier wie dort fehl am Platz.
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