First Lady auf Charme-Offensive in China

Michelle Obama bereist zusammen mit ihren Töchtern und ihrer Mutter eine Woche lang China. Der Trip gilt als Charme-Offensive gegenüber dem Reich der Mitte. Im Zentrum stehen unverfängliche Themen wie Bildung und Beziehungspflege.

Michelle Obama mit ihren Töchtern und ihrer Mutter beim verlassen des Flugzeugs. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Obama-Frauen entsteigen ihrem Flugzeug in Peking. Keystone

Die Beziehungen zwischen den USA und China sind sehr komplex – und nicht in jedem Bereich sehr gut. Washington will deshalb alles dafür tun, das Verhältnis mit Peking zu festigen. Dies ist eines der erklärten Ziele von Barack Obamas Präsidentschaft.

In letzter Zeit war Sand ins Getriebe geraten: Obama konnte im vergangenen Juni nicht an einem Treffen mit den Chinesen teilnehmen und im Herbst verhinderte der Streit ums US-Budget mit dem Government Shutdown eine Reise Obamas an den Apec-Gipfel nach Bali. Beides kam in Peking nicht so gut an.

Nichts soll Michelles Goodwill-Tour in China stören

Deshalb ist die China-Reise von Michelle Obama nun auch so wichtig – und deshalb unternimmt das Weisse Haus alles, damit keine kritischen Themen oder Bemerkungen diese Goodwill-Tour stören.

Die First Lady wird von ihrer Mutter und den beiden Töchtern nach China begleitet. Der Auftritt der drei Generationen, die im Weissen Haus unter einem Dach leben, ist bewusst so geplant, weil das in China sehr gut ankommt. Ausserdem vermitteln die vier Frauen auf Reisen die indirekte Botschaft von Gleichberechtigung und Selbstständigkeit der Frauen.

Michelle Obama auf Goodwill-Tour in China

5:21 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.03.2014

Obamas Tochter lernt Mandarin

Die Chinesen dürften auch gespannt sein auf die jüngere Obama-Tochter Sasha: Sie hatte den damaligen chinesischen Präsidenten Hu Jintao 2011 bei seinem Besuch in den USA in Mandarin begrüsst. Nun wollen viele Chinesen hören, welche Fortschritte sie beim Chinesischlernen gemacht hat. Auch damit kann das Weisse Haus sicher Sympathiepunkte sammeln.

Michelle Obama wird in China verschiedene Schulen und Bildungsstätten besuchen. Auch zuhause in den USA hat sich die First Lady den Einsatz für die Bildung auf die Fahnen geschrieben. Das kommt nicht von ungefähr: Sie selber stammt aus einer vergleichsweise armen Familie, hat aber an Top-Universitäten studiert und eine grosse Karriere gemacht.

China und Chinesisch immer wichtiger in den USA

Bildung und Wissen sind für sie auch in anderen Bereichen als der persönlichen Karriere wichtig – etwa bei der Bekämpfung der Fettleibigkeit. Auch hier engagiert sich Michelle Obama sehr stark. All dies möchte sie nun in China zum Thema machen.

Wichtig für die USA und China sind ebenfalls ihre universitären Beziehungen: Viele Chinesen studieren in den Vereinigten Staaten und immer mehr Amerikaner gehen während des Studiums für ein, zwei Semester nach China. Die Sprache Mandarin erfreut sich in den USA immer grösserer Beliebtheit.

China-Kenntnisse sind in der amerikanischen Wirtschaft gefragt. Wer über solche verfügt, hat einen Vorteil bei Bewerbungen, weil China für immer mehr US-Firmen ein wichtiger Markt ist.