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Spanische Exklave in Marokko Flüchtlinge versuchen, erneut nach Ceuta zu gelangen

Legende: Video Migranten überwinden erneut Grenzzaun zu Ceuta abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.02.2017.
  • Die spanische Exklave Ceuta in Marokko kommt nicht zu Ruhe.
  • Erneut versuchten, über 300 Flüchtlinge den sechs Meter hohen Zaun zu überwinden.

Bei einem neuen Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Marokko sind in der Nacht zum Montag etwa 350 Menschen auf spanisches Gebiet gelangt. Es gelang ihnen, den sechs Meter hohen doppelten Grenzzaun zu erklimmen.

Elf Menschen seien dabei verletzt worden, einige seien mit Knochenbrüchen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte das Rote Kreuz mit. Die Anderen seien in das Erstaufnahmezentrum in Ceuta gebracht worden und würden dort von Helfern versorgt.

Auf Fernsehbildern örtlicher Medien waren Dutzende Flüchtlinge zu sehen, die sich über ihre Ankunft in Ceuta freuten und «ich bin in Europa» riefen.

Zwei spanische Exklaven

Erst am Freitag hatten etwa 1000 Migranten versucht, über den Zaun zu klettern. 500 von ihnen schafften es dem Roten Kreuz zufolge, Spanien zu erreichen. Sie stammen überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Der doppelte Zaun, der Ceuta von Nordafrika trennt, ist acht Kilometer lang. Seit Monaten gibt es immer wieder Massenanstürme, bei denen oft auch Sicherheitskräfte verletzt werden, die versuchen, die Menschen abzuwehren.

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der Gebiete harren Zehntausende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus.

Die beiden Exklaven bilden die einzigen EU-Aussengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Menschenrechtsorganisationen fordern regelmässig von der UNO und der EU, Druck auf Spanien auszuüben, damit Flüchtlinge einen Asylantrag stellen können. Im Jahr 2016 kamen nach Angaben der internationalen Organisation für Migration rund 18'000 Flüchtlinge in Spanien an.

Legende: Die spanische Exklave Ceuta. SRF

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37 Kommentare

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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    2014 schlug ein ziemlich schlauer deutsche Kolumnist vor, legale Fluchtkorridore zu schaffen. Damit könnte ein Teil der Problemen gelöst werden. Weniger Schlepper, weniger ertrunkene Asylsuchende, weniger Elend. Jetzt haben wir 2017 und es ist noch nichts gemacht worden was nur annähernd an diese Idee herankommt.
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    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Zum Glück, denn diese Idee ist äusserst kurzsichtig und löst gar keine Probleme sondern verschärft die bestehenden nur noch. Wir haben doch alle gesehen was passiert ist als Merkel die deutschen Grenzen "geöffnet" hat: Viel mehr kamen und es gab noch mehr Elend. Was es braucht sind Lösungen um diesen Menschen vor Ort zu helfen aber dazu ist nicht nur der politische Wille in der ersten Welt sondern auch und viel mehr echte Kooperation der zu unterstützenden Regionen notwendig.
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    2. Antwort von A. Zuckermann (azu)
      Herr Fuchs, ich bin grössten teils mit Ihnen einverstanden. Nun, es kann nicht sein das sich ein Mensch auf der Flucht zuerst in die Hände der Schlepper, dann die tödliche Überfahrt über das Meer auf sich nehmen muss um in Europa zu landen und dort zu erfahren das er kein Asyl erhält. Es geht nicht um "geöffnete" Grenzen, sonder das Asyl vor Ort beantragt und abgeklärt wird. Es gab mal das so genante Botschaftsasyl. Das hat mann abgeschafft und seither sterben die Menschen auf dem Meer.
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    3. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Ein Fluchtkorridor bedingt offene Grenzen. Das Botschaftsasyl wurde in der Schweiz erst 2013 abgeschafft (das ist nicht so lange her wie es bei Ihnen tönt) und Deutschland zum Beispiel kannte es nie. Glauben sie ernsthaft die grosse Mehrzahl derer, deren Asylantrag auf einer Botschaft abgelehnt wurde, würden es nicht wir bisher versuchen? Oder soll die Schweiz einfach alle Asylanträge bewilligen? Auch wenn ich gegen die Abschaffung des Botschaftsasyls war ist eine Wiedereinführung keine Lösung.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Man sollte in den Herkunftsländern gezielte Kampagnen starten um zu zeigen, dass Europa weder willens noch in der Lage ist weiterhin angebliche "Flüchtlinge" aufzunehmen. Durch gute Werbekampagnen kann man verhindern, dass Menschen ihre gesamten Ersparnisse aufgeben und sich auf den Weg nach Europa machen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Vorausgesetzt ist allerdings, dass man dann auch die Grenzen wirklich dicht macht und Milliarden in die Hand nimmt und in Afrika und im Nahen Osten Flüchtlingslager unterstützt, um in der Breite den Flüchtlingen zu helfen und nicht nur denen, die sich eine Reise nach Europa leisten können. Den wirklich armen, schwachen und kranken Flüchtlingen kann man nur vor Ort helfen.
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  • Kommentar von Udo Wilkens (UWIL)
    Tut mir leid, aber wer auf diese Weise die Grenze zu einem souveränen Land überquert, hat kein Anrecht auf Asyl! Diese Leute sollten umgehend wieder auf die andere Seite des Zauns zurücktransportiert werden! Wer Grenzen stürmt und Verletzte in Kauf nimmt, ist kein Flüchtling, sondern ein Migrant und ist dadurch zusätzlich kriminell geworden. Das hat mit Asyl nichts mehr zu tun!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aus einem Bericht: Vermutlich schauen Grenzer aus Marokko absichtlich immer mal wieder weg, weil Marokko Geld von der EU will. Und richtig! Wer sich über Gewalt Zutritt in ein anderes Land verschafft hat viel kriminelle Energien. Zeit, die Grenzen im Süden von Europa mit Militär zu schützen, denn was diese jungen Männer tun, ist ja auch eine Art von feindlicher Übernahme.
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