Zum Inhalt springen
Inhalt

Erdbeben in Japan Flutwelle nach Beben in Japan erreicht 1,40 Meter

Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat Japan heimgesucht. Gebäude in Tokio und andernorts im Land gerieten ins Wanken. Eine Tsunami-Welle erreichte eine Höhe von bis zu 1,40 Metern, richtete nach bisherigem Kenntnisstand aber keine Schäden an.

Legende: Video Starkes Nachbeben in Fukushima abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.11.2016.
  • Japan ist am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) von einem schweren Erdbeben erschüttert worden.
  • Laut den Behörden erreichte der Erdstoss eine Stärke von 7,4. Gebäude in der Hauptstadt Tokio und andernorts im Land gerieten ins Wanken, wie Augenzeugen berichteten.
  • Für die Region Fukushima wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Dort befindet sich auch die Ruine des Unglücksreaktors, der durch ein Erdbeben im Jahr 2011 zerstört worden war.
Karte von Japan
Legende: Das Beben der Stärke 7,4 ereignete sich in einer Tiefe von 25 Kilometern unter dem Meer vor der Küste Fukushimas. SRF

Die stärkste Flutwelle erreichte laut dem TV-Sender NHK eine Höhe von bis zu 1,40 Meter. Das ist deutlich niederiger als beim verheerenden Tsunami im März 2011. Die japanische Wetterbehörde gab die Stärke des Bebens mit 7,4 an.

Nach Angaben eines Regierungssprechers wurden zwei Menschen leicht verletzt. Nach Angaben von NHK kam es zu einem Nachbeben der Stärke 3,9. Die Behörden warnten vor weiteren Nachbeben in den nächsten Tagen.

Kühlung eines Abklingbeckens vorübergehend ausgefallen

Im Atomkraftwerk Fukushima Daini fiel die Kühlung eines Abklingbeckens infolge des Bebens aus, konnte laut dem Betreiber Tepco nach kurzer Zeit aber wieder zum Laufen gebracht werden. Die Anlage befindet sich etwa zwölf Kilometer von der Atomruine Fukushima Daiichi entfernt, wo es bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vor fünfeinhalb Jahren zu einem Gau gekommen war.

In der Atomruine selbst habe es keine weiteren Schäden gegeben, meldete der Betreiber des AKW, Tepco. Auch in dem in der Nachbarprovinz Miyagi gelegenen Atomkraftwerk Onagawa seien keine Unregelmässigkeiten festgestellt worden.

Die Region im Nordosten des Landes war am 11. März 2011 von einem heftigen Erdbeben und einem gewaltigen Tsunami heimgesucht worden. Dabei starben mehr als 18'000 Menschen. Zusammen mit dem Atom-Unfall kam es zur Dreifachkatastrophe.

So hat der Journalist Martin Fritz in Tokio das Beben erlebt:

Das Beben war morgens um sechs Uhr hier in Tokio deutlich zu spüren und dauerte auch relativ lange. Ich hatte das Gefühl, dass das Gebäude wie auf Wasser schwimmen würde. Aber im Nordosten, wo das Beben am stärksten war, gab es nur ein paar Leichtverletzte. Der Tsunami-Alarm ist inzwischen aufgehoben, die Züge fahren wieder pünktlich. Die Leute sind zur Tagesordnung zurückgekehrt. Auch sagen die Betreiber der Atomkraftwerke im betroffenen Gebiet – darunter die Atomruine vom Fukushima – es sei alles in Ordnung. Nun, eine solche Aussage macht grundsätzlich auch die Japaner eher skeptisch nach der Atomkatastrophe von 2011. Aber in diesem Fall scheint tatsächlich alles unter Kontrolle geblieben zu sein.

Beben in Neuseeland

Wenige Stunden nach dem Erdbeben in Japan ist auch Neuseeland von einem Erdstoss erschüttert worden. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 5,4 lag rund 70 Kilometer vor der Küste der Nordinsel in einer Tiefe von 30 Kilometern. Berichte über Schäden liegen noch nicht vor. Letzte Woche waren bei einem Beben auf der Südinsel zwei Menschen gestorben.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Nicht die Betreibung von KKW ist das grösste Problem, sondern die Abfallentsorgung oder genauer die Nichtentsorgung. Viele Abfälle werden immer noch ins Meer entsorgt und rotten dort vor sich hin. Die Einlagerung von Abfällen ist auch nur eine Zwischenlösung. Irgendwann wird es eine Technik geben, Abfälle wirklich unschädlich zu machen. Doch die Wiederbeschaffung der Abfälle wird richtig Geld kosten und ein riesiger Aufwand. Mit Glück werden das unempfindliche künstliche Helfer erledigen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Victor Martin Wetterwald (Victor M. Wetterwald)
    Zur Erinnerung: Der 18. Oktober 1356 war der schlimmste Tag in der Basler Geschichte. Ein Erdbeben der Stärke 6,6 erschütterte die Stadt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Tobias Dreyfuss (Tobias Dreyfuss)
      Na, na: Der schlimmste Tag war der 13. Mai 2006, an diesem werden sich die Basler gewiss das eine oder andere Tränchen abwîschen müssen ;)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Stutz (Peter Stutz)
    2011 wurden in Japan alle 54 Reaktoren abgeschaltet. Seither sind meines Wissens drei Reaktoren wieder ans Netz gegangen. Dass in Japan neue AKWs gebaut würden wäre mir wirklich neu. Die IAEA listet ein AKW "im Bau", aber auf dieser IAEA Liste stehen weltweit bekanntlich viele Reaktoren, die seit Jahrzehnten als "im Bau" gelistet sind, aber schon lange aufgegeben wurden. So entstehen dann falsche Statistiken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen