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Misshandlungen in Syrien Folteropfer klagen Peiniger an

Legende: Video Den höchsten Preis bezahlten Zivilisten abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.03.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegen Geheimdienstchefs in Syrien haben Überlebende aus Foltergefängnissen in Deutschland Strafanzeigen gestellt.
  • Die Ermittlungen könnten eines Tages vor einem möglichen Syrien-Tribunal genutzt werden.
  • Berichte von sexueller Nötigung, unmenschlichen Haftbedingungen und teilweise extrem grausamen Foltermethoden.

Sieben Überlebende aus Foltergefängnissen in Syrien haben beim deutschen Generalbundesanwalt Strafanzeige gegen sechs Geheimdienstchefs und weitere hochrangige Tatverdächtige gestellt.

Da es sich um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit handele, könne gegen die mutmasslichen Täter auch in Deutschland ermittelt werden, sagte Wolfgang Kaleck vom European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Link öffnet in einem neuen Fenster, das die Anzeige gemeinsam mit den Betroffenen und zwei syrischen Menschenrechtsanwälten formuliert hat.

Material für Syrien-Tribunal

Sie wollen, dass der Generalbundesanwalt Ermittlungen einleitet, und dass in einer nächsten Stufe Haftbefehle erlassen werden. Ausserdem könnten die Ermittlungen eines Tages vor einem möglichen Syrien-Tribunal genutzt werden, hiess es. «Für die in Deutschland lebenden Flüchtlinge ist es wichtig, zu sehen, dass sie hier nicht nur Sicherheit und Essen bekommen, sondern auch Gerechtigkeit», sagte der syrische Anwalt Mazen Darwish.

«Die Folter in Syrien, das sind keine einzelnen Exzesse, das ist eine jahrelang eingeübte Praxis», erklärte Kaleck.

Sexuelle Nötigung und Grausamkeiten

Die Anzeige beschränkt sich auf drei Haftanstalten des Militärgeheimdienstes in der Hauptstadt Damaskus. Die darin als Zeugen aufgeführten Betroffenen, die heute in Deutschland leben, berichten von sexueller Nötigung, unmenschlichen Haftbedingungen und teilweise extrem grausamen Foltermethoden.

Einem von ihnen wurde die Haut mit scharfen Reinigungsmitteln verätzt. Anderen wurde gegen die Genitalien getreten oder sie wurden gezwungen, stundenlang zu stehen bis sie das Bewusstsein verloren.

Heftige Kämpfe in Palmyra

Syriens Armee ist offenbar in Bezirke der Stadt Palmyra eingedrungen. Es gebe heftige Kämpfe zwischen der Armee und der IS-Terrormiliz, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zuvor hatte auch die syrische Nachrichtenagentur Sana berichtet, dass Gebiete im Umland der antiken Oasenstadt unter Armeekontrolle seien.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Im SRF Onlineportal erscheinen immer wieder Berichte über Folterungen speziell in Syrien. Das ist gut so. Aber davon, dass nun auch in Ägypten koptische Christen von IS Schergen verfolgt werden habe ich hier keinen Artikel gefunden. Ich frage mich, wo sind die Demonstranten, die sonst wegen jeder angeblichen Menschenrechtsverletzung auf die Barrikaden gehen, auch gegen grausame Christenverfolgungen demonstrieren?
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Dramatische Ereignisse in Syrien:" The ferocity of the new Euphrates Shield offensive against the SDF has incited the Manbij Military Council (MMC) to consider a local military cooperation agreement with the Syrian Arab Army (SAA) which includes pro-government access to SDF territories in northern Syria". „Schutzschild Euphrat“ ist die türkische Militäroffensive in Nordsyrien welche gegen den IS und die mehrheitlich kurdische SDF gerichtet ist.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Ich finde es mutig von SRF obenstehend von einer Regierungsarmee, welche gegen den IS kämpfen soll, zu sprechen. Julian Röpcke ist der Politcal editior @BILD (Springer-Verlag) und hat doch auf seinem Twitter-Account behauptet: Klare Worte zu #Assad:"Das syrische Regime kämpft nicht gegen ISIS." Ich nehme SRF gegen die Troll-Fabrik des Springer-Verlages in Schutz; die syrische Armee kämpft in Tat und Warheit mit Hilfe einheimischer sunnitischer Stämme seit Jahren erbittert gegen den IS.
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