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Verliert François Fillon sein Saubermann-Image?
Aus 10 vor 10 vom 01.02.2017.
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Wahlkampf in Frankreich François Fillon wegen Nepotismus unter Druck

Nun untersucht die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen den bürgerlichen Spitzenkandidaten. Sein Ruf nimmt Schaden.

Die Vorwürfe bezüglich der Ehefrau: Frankreichs konservativer Präsidentschaftskandidat François Fillon soll seine Frau jahrelang nur zum Schein angestellt haben. Laut den neusten Enthüllungen des Satiremagazins «Le Canard Enchaîné, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen» habe Fillons Ehefrau Penelope auch zwischen 1988 und 1990 für ihren Mann gearbeitet. Bisher war nur davon die Rede, dass sie von 1998 bis 2002 für Fillon und dann bis 2007 für dessen Nachfolger Marc Joulaud gearbeitet haben soll. Nach dem Rücktritt als Premierministers 2012 und seiner Rückkehr ins Parlament war seine Frau laut Bericht erneut bis November 2013 für ihn beschäftigt.

Audio
«Le canard enchaîné» spottet über François Fillon
aus SRF 4 News aktuell vom 01.02.2017.
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Die Vorwürfe bezüglich seiner Kinder: Der «Canard» berichtet zudem, dass Fillon als Senator 2005 bis 2007 zwei seiner Kinder als parlamentarische Assistenten mit 84'000 Euro bezahlte. Der Spitzenkandidat hatte bereits in einem TV-Interview gesagt, zwei seiner Kinder, die Rechtsanwälte seien, beschäftigt zu haben, dabei aber keine Beträge genannt.

Die Reaktion: Fillon hat die Vorwürfe mehrfach entschieden zurückgewiesen. Bei einem Treffen mit Abgeordneten seiner Republikaner-Partei habe er von einem «institutionellen Staatsstreich» gesprochen, hinter dem die Linke stehe, erklärte sein Sprecher. Der 62-Jährige sprach von einer professionellen «Verleumdungskampagne», die darauf abziele, «einen Kandidaten anders als auf demokratischem Weg aus dem Rennen zu werfen».

Untersuchung der Staatsanwaltschaft: In der Affäre ermitteln die Behörden nun auch im Parlament. Nach Informationen des Senders France Inter geht es um die Vorwürfe der Scheinbeschäftigung seiner Frau Penelope als parlamentarische Mitarbeiterin.

Folgen für die zwei Wahlgänge: Laut einer Umfrage glauben 69 Prozent der Franzosen, dass der frühere Premierminister «den Franzosen nicht die Wahrheit sagt». Fillon hat damit auch seine Favoritenrolle in der Präsidentschaftswahl verloren. Er käme im ersten Wahlgang nur noch auf 19 bis 20 Prozent der Stimmen. Laut einer Umfrage des Instituts Elabe für die Zeitung «Les Échos, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen» und des Senders Radio Classique gingen derzeit Marine Le Pen mit 26-27 Prozent und Emmanuel Macron mit 22-23 Prozent in die Stichwahl.

Noch am Sonntag hatte eine Umfrage von Kantar Sofres-OnePoint für die Zeitung «Le Figaro, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen» Le Pen mit 25 Prozent in Führung gesehen. Fillon (22 Prozent) und Emmanuel Macron (21 Prozent) erreichten fast gleichauf den zweiten Platz. Benoît Hamon hätte mit 15 Prozent knapp vor Jean-Luc Mélenchon mit 10 Prozent gelegen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo  (C. Szabo)
    Im Vergleich zu den unsauberen Methoden von Sarkozy ist dies ja direkt harmlos. Natürlich sind jetzt manche Wähler enttäuscht. Naivität in Bezug auf Politiker ist selten ein guter Ratgeber. Doch bis zum Wahltermin wird sich noch manches ändern oder neue "Skandale" bekanntwerden. Was Umfragen wert sind, hat man bei Trump erlebt. Die Mitte-Rechts bis Links Kandidaten konkurrenzieren sich. Das ist aber auch gut so. Man hat die freie Wahl, wem man das Amt zutraut.
  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Vetternwirtschaft in der Politik ist doch gang und gäbe. Fillon hat es nur etwas ungeschickt gemacht .....