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International Frankreich greift Libanon unter die Arme

Der französische Präsident François Hollande hat Libanon angesichts der Flüchtlings-Krise 100 Millionen Euro Hilfsgelder für die kommenden drei Jahre zugesagt. Das Geld soll Libanon helfen, die Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien zu versorgen.

Tammam Salam und François Hollande
Legende: Der französische Präsident François Hollande hat Libanon Hilfe in Aussicht gestellt – finanzielle und militärische. Reuters

1,1 Millionen syrische Flüchtlinge leben in Libanon – das entspricht einem Viertel der libanesischen Bevölkerung. Für die Versorgung der Vertriebenen hat Paris Beirut nun 100 Millionen Euro zugesagt. Das Geld soll in den kommenden drei Jahren fliessen. Dies sagte der französische Präsident François Hollande auf einer gemeinsamen Medienkonferenz mit dem libanesischen Regierungschef Tammam Salam in Beirut.

Militärische Hilfe

Hollande würdigte, dass das kleine Mittelmeerland «zusätzlich dazu, dass es Kriege vor seinen Toren hat und die terroristische Bedrohung, eine sehr grosse Zahl an Flüchtlingen aufgenommen hat und immer noch aufnimmt».

Hollande sicherte überdies «eine sofortige Hilfe zur Stärkung der militärischen Kapazitäten des Libanon» zu. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian werde in den kommenden Tagen mit seinem libanesischen Kollegen klären, was dazu benötigt werde. Die libanesischen Sicherheitskräfte sehen sich unter anderem mit der IS-Terrormiliz konfrontiert, die bereits mehrere Anschläge im Land verübte.

Der Frieden in Nahost sei «der Frieden Frankreichs und der Welt», sagte Hollande. «Wir werden daran arbeiten, sofortige Hilfe bereitzustellen, um die Sicherheit im Libanon zu verstärken.»

Das Land ist auf Unterstützung angewiesen, seitdem Saudi-Arabien zuletzt militärische Hilfszahlungen von mehr als drei Milliarden Euro an den Libanon eingefroren hatte. Die Spannungen waren gewachsen, weil sich Riad im Streit mit dem Iran nicht ausreichend von Beirut unterstützt fühlt.

Viertägige Nahostreise

Hollande, der auch mit Parlamentspräsident Nabih Berri zusammenkam, mahnte eine Überwindung der politischen Krise in Libanon an. Wegen einer tiefen politischen Spaltung des Landes ist der Posten des Präsidenten seit Mai 2014 vakant. In Libanon wurden ausserdem seit 2009 keine Parlamentswahlen mehr abgehalten. Die Volksvertretung hat ihr Mandat schon zwei Mal selbst verlängert.

Der Besuch im Libanon ist der Auftakt einer viertägigen Reise Hollandes in der Region. Nach einem Besuch bei Syrern in einem libanesischen Flüchtlingslager im Bekaa-Tal am Sonntag will Hollande nach Ägypten und abschliessend nach Jordanien weiterreisen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Auch in Syrien gibt es Bevölkerungsschichten mit unterschiedlicher wirtschaftlicher Kraft. Die Ärmsten waren wohl am Schlimmsten vom Krieg betroffen und flohen nach Libanon, in die Türkei und Jordanien. Zur Weiterreise fehlt das Geld. Die etwas besser Gestellten hatten vielleicht stabilere Häuser, deshalb blieben sie länger, und dann, noch genug Geld, um die Schleuser zu bezahlen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Es gibt viele Zahlen dazu, und man kann davon ausgehen, dass jeder Flüchtling der in Europa ankommt, mindestens 3.000 Dollar an Schleuser bezahlt hat. Ein Riesengeschäft. Hunderttausend Syrer mal 3.000 Dollar = 300.000.000 Dollar. Wahrscheinlich viel mehr. Und wenn die Schlepper die Preise senken, werden die 3,5 Millionen Syrer in den Nachbarländern auch noch mobil.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Zuerst würde ich sagen, grosszügig von Frankreich, sie benötigen das Geld selbst für ihre inneren Unruhen. Auch die militärische Hilfe. Aber politisch kann ich das nicht beurteilen, das können andere besser. Will sich Hollande damit nur selbst in den Vordergrund stellen? Ohne Hintergedanken tut er das nicht.
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