Frankreich stellt politische Weichen

In Frankreich hat die erste Runde der Regionalwahlen begonnen. Rund 44,6 Millionen Franzosen können über die Machtverhältnisse in den neu gebildeten Regionen bestimmen. Bis 17 Uhr lag die Wahlbeteiligung mit 43 Prozent – deutlich höher als vor 2010.

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Front national als grosse Favoritin bei den Regionalwahlen

0:46 min, aus Tagesschau am Mittag vom 6.12.2015

Rund 44,6 Millionen Franzosen sind zur Regionalwahl aufgerufen. Nach den Terrorattacken im November findet der Wahlgang unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt: Abstimmungslokale werden von Militär und Polizei gesichert.

Mit Spannung wird das Abschneiden des Front National von Parteichefin Marine Le Pen erwartet. Die Partei hat noch nie in seiner Geschichte eine Region angeführt.

Bei der ersten Runde der Regionalwahlen in Frankreich zeichnet sich eine höhere Beteiligung ab. Nach Angaben des Innenministeriums in Paris lag die Wahlbeteiligung bis zum Mittag bei 16,27 Prozent. Bis 17 Uhr stieg sie auf 43 Prozent. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung um 17 Uhr bei 39,29 Prozent, also fast vier Prozent tiefer als dieses Jahr.

Regionalwahlen in Frankreich

1:31 min, aus SRF 4 News aktuell vom 06.12.2015

Front National als stärkste Kraft

Der Front National könnte mit rund 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft werden. Ferner sagen Umfragen dem konservativ-bürgerlichen Lager von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy rund 29 Prozent voraus, den Sozialisten von Präsident François Hollande nur 22 Prozent.

Gewählt wird in den künftig neu 13 französischen Regionen sowie in fünf Überseegebieten. Nach einer Reform ist das Kernland nun in 13 statt 22 Regionen aufgeteilt. Die nun grösseren Regionen sollen international wettbewerbsfähiger sein.

Zweiter Wahlgang entscheidend

Die Wahllokale haben in der Regel bis 18 Uhr geöffnet, unter Umständen ist eine Verlängerung möglich. Erste Prognosen werden etwa ein bis zwei Stunden nach Schliessung der Wahllokale erwartet.

Die zweite Runde der Wahlen ist am kommenden Sonntag. Dann erst zeigt sich, wer in den Regionalparlamenten künftig die Mehrheit hat und damit den Regionalpräsidenten stellt. Dass eine Partei bereits im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erzielt, ist unwahrscheinlich.