Frankreich will AKW länger in Betrieb halten

Weniger Atomstrom – Präsident Hollande will sein Versprechen halten. Trotzdem sollen AKW neu 50 Jahre am Netz bleiben.

Sechs grosse Betonreaktoren stehen hinter einem Strand, auf dem Personen Drachen steigen lassen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der erste Reaktor des AKW Gravelines am Ärmelkanal ging 1980 ans Netz – er könnte neu bis 2030 in Betrieb bleiben. Reuters/archiv

Nach der aktuellen Regelung dürfen die Atomkraftwerde Frankreichs höchstens 40 Jahre lang betrieben werden. Diese Frist soll nun auf 50 Jahre angehoben werden.

Weniger Atomstrom im Energiemix

Wie die französische Zeitung «Le Journal du Dimanche» berichtete, hat die Regierung eine entsprechende Entscheidung bereits getroffen. Sie solle eventuell am 15. November öffentlich gemacht werden. Die zuständigen Ministerien wollten den Bericht nicht kommentieren.

Präsident François Hollande hatte erst vor wenigen Wochen sein Wahlversprechen bekräftigt, den Anteil des Atomstroms am Energiemix bis 2025 von derzeit rund drei Vierteln auf 50 Prozent zurückzufahren. Dafür soll unter anderem bis Ende 2016 das AKW Fessenheim nahe der Schweizer Grenze stillgelegt werden.

Mit 58 Reaktoren in 19 Kernkraftwerken ist Frankreich derzeit der zweitgrösste Atomstromproduzent nach den USA.