Franzosen demonstrieren erneut gegen Homo-Ehe

Tausende marschieren in den Strassen von Paris. Der Senat hatte am Freitag der Homo-Ehe zugestimmt. Die Demonstranten wollen dies nicht hinnehmen. Und – sie fordern die Absetzung des Präsidenten Hollande.

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Homo-Ehe spaltet Frankreich

0:23 min, aus Tagesschau vom 12.4.2013

Der französische Senat hat grünes Licht für die Homo-Ehe gegeben. Die konservativen Senatoren waren gegen die linke Mehrheit chancenlos.

Sogleich rief die Homo-Ehen-Gegnerin und Komikerin Frigide Barjot zum Protest – und prompt gingen erneut die Massen auf die Strasse. Am Freitagabend versuchten mehrere hundert Menschen in den Senat zu gelangen. Dabei forderten sie den Rücktritt von Präsident François Hollande. Die Polizei setzte Tränengas ein.

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Ein Anliegen des Präsidenten

Die Homo-Ehe zählt zu den wichtigsten Wahlversprechen von Präsident Hollande. Gegen das Gesetzesprojekt, das auch ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare vorsieht, waren in den vergangenen Monaten hunderttausende Menschen in Frankreich auf die Strasse gegangen.

Am Samstag ebbten die Proteste nicht ab. Im Gegenteil: Es gingen noch mehr Menschen auf die Strasse. Während die Polizei von 2300 Menschen spricht, reden die Organisatoren des Protests von 7500 Demonstranten.

Gesetz wird wahrscheinlich kommen

Die noch ausstehende zweite Lesung im Parlament gilt als Formalie. Sie wird am Mittwoch in der Nationalversammlung beginnen. Meinungsumfragen zufolge ist eine deutliche Mehrheit der Franzosen für die Homo-Ehe; die Mehrheit zum Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare fällt knapper aus.