Fremdenfeindliche Krawalle in Moskau

Rechtsradikale machen in Moskau nach einer Bluttat Hetzjagd auf Migranten. Sie vermuten, dass ein Gastarbeiter der Täter ist. Die Polizei greift durch. Es ist nicht der erste Konflikt dieser Art.

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Krawalle in Moskau (unkommentiert)

0:24 min, vom 14.10.2013

In der russischen Hauptstadt Moskau haben sich etwa 1000 fremdenfeindliche Randalierer schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert.

Mindestens 380 Angreifer seien von einer Sondereinheit festgenommen worden, teilten die Behörden gemäss Medienberichten mit.

Der Mob wollte den Mord an einem jungen Russen rächen. Der flüchtige Täter könnte der Polizei zufolge ein Arbeitsmigrant aus Zentralasien oder dem Kaukasus sein.

Die Randalierer stürmten einen von Migranten betriebenen Markt, kippten parkende Autos um und schlugen die Scheiben eines Einkaufszentrums ein. Zudem bewarfen sie die Polizisten mit Flaschen, Steinen und Abfallkörben. Es habe einige Verletzte gegeben, hiess es.

Männer recken ihre Fäuste in die Luft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gewalttätige Nationalisten machten am Abend in der russischen Hauptstadt Jagd auf Migranten. Reuters

Hartes Durchgreifen der Polizei

Da einzelne Krawalle am späten Abend andauerten, blieb die Polizei in Bereitschaft. Bei einem Treffen mit Polizeichef Anatoli Jakunin kündigte Innenminister Wladimir Kolokolzew ein hartes Durchgreifen an.

Zudem forderte er eine schnelle Aufklärung des Mordes. Der Mann war vor wenigen Tagen auf offener Strasse erstochen worden, als er seine Freundin vor Belästigungen schützen wollte. In der Vergangenheit kam es zwischen Radikalen und Migranten wiederholt zu nationalistisch motivierten Konflikten.