Zum Inhalt springen

International Front National erzielt trotz Niederlagen Rekordergebnis

Auch ohne eigene Präsidenten in den Regionen geht der rechtsnationale Front National gestärkt aus den Regionalwahlen in Frankreich hervor. Die Partei unter der Vorsitzenden Marine Le Pen konnte mit mehr Wählerstimmen denn je die Zahl ihrer Mandate verdreifachen. Doch der erhoffte Coup blieb aus.

Legende: Video «Der Front National ausgebremst» abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.12.2015.
Mann neben Rednerpult
Legende: Bei den Regionalwahlen in Frankreich geht der Front National nach dem zweiten Wahlgang leer aus. Keystone

Im zweiten Wahlgang am Sonntag entfielen rund 6,8 Millionen Stimmen auf den Front National von Marine Le Pen, wie Zahlen des Innenministeriums ergaben. Das sind etwa 400'000 Wähler mehr als beim bisher besten Ergebnis, der Präsidentschaftswahl 2012.

Der Erfolg wird noch verstärkt wenn man auf die Beteiligung schaut: Sie lag am Sonntag mit 58,7 Prozent gut 20 Punkte unter der von 2012.

«Noch nie machte der Front National so viele Stimmen», sagte SRF-Korrespondent Michael Gerber in Paris. «Rund 6,5 Millionen Franzosen wählten national-konservativ. Das erhöht Marine Le Pens Chancen, bei den Präsidentschaftswahlen 2017 eine wichtige Rolle zu spielen – und womöglich gar in den zweiten, entscheidenden Wahlgang vorzustossen. Und wenn bis dann die Wirtschaft nicht wieder brummt, könnte Marine Le Pens Stunde schlagen.»

Republikaner vorn

Die Front National kommt nach der Abstimmung in den Regionen nun auf 358 Sitze statt der bisherigen 118. Stärkste Kraft wurde sie jedoch in keiner Region, nachdem sie eine Woche zuvor noch in sechs Regionen vorn gelegen hatte.

Im zweiten Wahlgang lag das konservative Bündnis um die Republikaner von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy mit 40,2 Prozent und sieben gewonnenen Regionen vorn. Das Linksbündnis von Präsident François Hollande kommt auf rund 29 Prozent und gewinnt in 5 Regionen.

Die Front National errang 27,1 Prozent, nachdem sie in der Vorwoche mit 27,7 Prozent ein neues Rekordergebnis auf Landesebene beim Anteil der Stimmen erzielt hatte.

Wie nach anderen Niederlagen zuvor schon kündigte die sozialistische Regierung Reaktionen an. Premierminister Manuel Valls sprach davon, es müsse «schneller gehandelt werden, um schneller Ergebnisse zu bekommen». Als Beispiele nannte Valls Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und die Ausbildung junger Menschen. Nach unbestätigten Medienberichten bereitet die Regierung bei der Beschäftigung verschiedene Massnahmen vor, die «schnell» umgesetzt werden sollten.

Erste Konsequenzen

Nach der Wahl zeichneten sich auch personelle Konsequenzen ab. Der im Grossraum Paris unterlegene Sozialist Claude Bartolone stellte seinen Posten als Präsident der Nationalversammlung zur Verfügung.

Die Sarkozy-Vize Nathalie Kosciusko-Morizet soll von Januar an nicht mehr zur Parteispitze gehören. Sie hatte Sarkozys Position kritisiert, der eine Zusammenarbeit mit den Sozialisten zur Verhinderung von FN-Erfolgen kategorisch abgelehnt hatte.

5 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Das deutliche Zeichen vieler Franzosen, der FN zu wählen, reiht sich lückenlos in alle anderen EU-Staaten oder Nicht-EU-Länder ein: Immer mehr Wähler(innen) benützen die einzige Möglichkeit, ihre Bedenken und ihre Wut gegen die Haltung der etablierten Grossparteien oder Regierungen an der Urne zu manifestieren! Sie tun dies offiziell und nicht vermummt an unbewilligten Strassendemos als Chaoten und Vandalen! Hoffentlich reagieren die "Mächtigen" endlich auf diese klaren Zeichen aus dem Volk!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Franzosen die Zeiten Sarkozys und erst recht nicht die Hollandes einfach so verdrängen können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Der Zuwachs der Rechten ist einZeichen das sehr ernst genommen wersen muss, das Zeichen, dass die Menschen mit der soft-Regierung nicht mehr einverstanden sind, dass sie keine Moslems mehr tolerieren und die Ghettoisierung ganzer Quartiere nicht mehr hinnehmen wollen.. muede sind auch von importiertem Terrorismus...Und ganz Europa ist auf diesem Kurs.. man lese sich durch die Nachrichten...!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen