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International Für die Deutschen sind die Flüchtlingszahlen akzeptabel

Entgegen der Meinung des deutschen Innenminister Thomas de Maizière hält die Mehrheit der Deutschen die grosse Zahl an Flüchtlingen für verkraftbar. 60 Prozent der Bevölkerung ist überzeugt, Deutschland könne den hohen Zustrom bewältigen.

Flüchtlinge, die ihre Wäsche aufgehängt haben und im Freien an Festbänken sitzen.
Legende: 60 Prozent der Deutschen halten 800'000 Flüchtlinge für verkraftbar. Keystone

Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage der Meinung, dass ihr Land die grosse Zahl von ankommenden Flüchtlingen verkraften kann. 60 Prozent der Befragten zeigten sich im aktuellen ZDF-«Politbarometer» davon überzeugt, dass die Bundesrepublik den hohen Zustrom bewältigen kann.

Das waren etwas mehr als im Vormonat Juli, als 54 Prozent diese Ansicht vertraten, wie der Sender mitteilte. 37 Prozent sehen dies nicht so.

Fast drei Viertel der Bürger sind demnach dafür, dass es bei der Unterbringung von Flüchtlingen und der Abwicklung der Asylverfahren Unterschiede geben sollte – je nachdem, welche Chance jemand auf ein Bleiberecht hat. 23 Prozent sprechen sich dagegen für eine Gleichbehandlung aller Flüchtlinge aus. Der Vorschlag, diesen Menschen weniger Geld- und dafür mehr Sachleistungen zu geben, stösst mehrheitlich auf Zustimmung (69 Prozent), 26 Prozent lehnen das ab.

Zuzug von Arbeitskräften steuern

77 Prozent waren der Meinung, dass zusätzliche Regelungen wie ein Einwanderungsgesetz notwendig sind, die den Zuzug von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern steuern.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte von Dienstag bis Donnerstag 1251 Wahlberechtigte telefonisch.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hatte am Mittwochabend eine neue Prognose vorgestellt, wonach bis zum Jahresende bis zu 800'000 Asylanträge erwartet werden. Bislang war der Bund von 450'000 Anträgen ausgegangen. Im Gesamtjahr 2014 gab es gut 200'000 Anträge.

De Maizière: 800'000 sind zu viel

Die Bundesregierung fordert eine faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa. Geplant ist, vor allem die Menschen aus den Westbalkanstaaten, die keine Chance auf Asyl haben, schnell abzuschieben. Die Verfahren sollen dazu verkürzt und die Menschen bis zum Abschluss in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden.

De Maizière ist der Meinung, eine Zahl von 800'000 Asylbewerbern sei für ein Land wie die Bundesrepublik auf Dauer zu viel.

«Keine Denkverbote»

Derweil zeigt sich die deutsche Regierung offen für eine Änderung des Grundgesetzes, um den Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen direkt finanziell helfen zu können. um die Herausforderungen zu bewältigen, gebe es «keine Denkverbote», sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Bislang kann der Bund nur den Ländern Geld zukommen lassen, die dieses dann an die Städte und Gemeinden weitergeben müssen. Kommunalverbände beklagen jedoch, dass das Geld zum Teil nicht in voller Höhe vor Ort ankomme.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Herrman, Stuttgart
    Bei Umfragen ist zwar grosse Vorsicht geboten, jedoch fürchte ich, dass diese tatsächlich wahr sein könnte. Die meisten haben keinerlei Ahnung worauf sie sich einlassen und leisten im Vorfeld eine grosse Hilfsbereitschaft. Das Problem ist nur, dass die Stimmung wenige Wochen nach der Ankunft der neuen Siedler kippt. Die meisten haben nichts aus der Geschichte gelernt und rennen bis heuer in ihrem Gutmenschentum jeder Idiotie nach. Und alle Warner werden mit dem üblichen Vokabular beschimpft.
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    1. Antwort von Sandra Herrman, Stuttgart
      Und hier sehe ich noch die einzige Gefahr, dass die es doch noch schaffen könnten die Masse zumindest für einen Bürgerkrieg zu mobilisieren, weil diese doch noch einem Rattenfänger auf den Leim gehen.Hier wären u.a. Pegida&Co zu nennen,bei denen es sich von oben organisierte Bewegungen zum Einfangen der Unzufriedenen handelte. Ich bin für den Untergang. Interessant ist aber auch, dass je unwahrscheinlicher ein militärischer Krieg mit Russland wurde, desto höher wurden die Anzahl der Flüchtlinge.
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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Solche Umfragen sind lächerlich, nächsten Sonntag gehe ich vor eine Kirche und frage die Leute die herauskommen, ob die Kirchensteuer abgeschafft werden sollte. Wie gesagt, ein relativ hoher Prozentsatz aller JournalistInnen haben sozialistisches Gedankengut.
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  • Kommentar von J. Peter, Luzern
    wenn die befragten gewusst hätten, dass in suhl asylbewerber auf polizisten mit steinen und stangen losgehen und verletzen, wäre das ergebnis sicher anders. das zeigt wieder mal, wie undankbar und agressiv viele dieser männer sind, NICHT ALLE! und dann den entstandenen schaden aus steuergeldern wieder ersetzen. drehen die jetzt alle durch? auch bei uns in aarau wurde eine frau überfallen. je mehr kommen umso grösser wird die gefahr für uns. checken das die befürworter auch irgendwann? wacht auf
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