Für griechische Steuersünder wird es eng in der Schweiz

Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen hat Griechenland bei der Jagd auf Steuersünder unter die Arme gegriffen. Athens Finanzminister bestätigt die Identifikation von «hunderten von Namen» über griechische Kunden bei Schweizer Banken.

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Bildlegende: Die Fahndung ist auch eine politische Botschaft, erklärte Athens stellvertretender Finanzminister Alexiadis. Keystone

Griechische Steuerfahnder haben in gestohlenen Daten über Schweizer Bankkunden mögliche Steuersünder ausfindig gemacht. Laut dem stellvertretenden Finanzminister Tryfon Alexiadis wurden «hunderte von Namen» identifiziert. Die Daten stellte das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

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Daten an 27 Staaten

Nordrhein-Westfalen hat seit 2010 mehrfach entwendete Datenträger mit Insider-Informationen über Steuerhinterzieher gekauft. Das Bundesland hatte laut Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) Datensätze zu verdächtigen Guthaben an 27 Staaten weitergegeben. Diese hätten ein Volumen von rund 101 Milliarden Franken

Erste Strafverfahren seien bereits eröffnet, sagte Alexiadis. Griechenland hoffe nun auf Einnahmen für den Staatshaushalt. Zudem gehe von den Ermittlungen die politische Botschaft aus, dass die Regierung in Athen den klaren Willen habe, gegen Steuerbetrüger vorzugehen.

10'000 Datensätze für Athen

Griechenland wolle die Daten weiter auswerten, sagte Alexiadis. Die Kontodaten sollen sich nach deutschen Angaben auf Privatleute und Firmen mit Guthaben von insgesamt bis zu vier Milliarden Franken beziehen.

Nordrhein-Westfalen hatte Griechenland mehr als 10'000 Datensätze zur Verfolgung von Steuerhinterziehung zur Verfügung gestellt, wie schon im Dezember bekannt wurde. Es gehe um Informationen über Bankkonten von Griechen in der Schweiz, hatte Landesfinanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) damals erklärt.