Fukushima: Japans Energie-Monopolisten geht's an die Privilegien

Die japanische Regierung hat als Konsequenz aus dem Atomunfall in Fukushima eine Öffnung des Energiemarktes beschlossen. Noch immer sind alle AKW im Land vom Netz genommen.

Mit dem Beschluss für mehr Wettbewerb, den das Parlament noch bestätigen muss, soll der japanische Strommarkt erstmals seit Anfang der 1950er-Jahre grundlegend reformiert werden. Seit damals war der Energiemarkt von zehn regionalen Unternehmen monopolisiert worden, die Energieerzeugung, Verteilung und Vertrieb übernehmen.

Sichere AKW sollen wieder anlaufen

Die Reform sieht vor, die Stromkonzerne nach Sparten aufzuspalten und alle Beschränkungen zur Preisgestaltung aufzuheben. Dies soll frühestens bis 2018 geschehen. Die Öffnung des Strommarktes nutze letztlich der Industrie und den Privatkunden, sagte Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi. «Die Nachfrageseite wird mehr Optionen haben, was zu geringeren Energiepreisen führen wird.»

Im Atomkraftwerk Fukushima war es infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis 2011 in einigen Reaktoren zu einer Kernschmelze gekommen. In Folge des Unfalls sind fast alle der 50 japanischen Atommeiler ausser Betrieb. Japan ist daher auf teure Energieimporte angewiesen. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe hat angekündigt, alle als sicher eingestuften Atomkraftwerke wieder in Betrieb nehmen zu wollen.