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Saif al-Islam untergetaucht? Gaddafi-Sohn laut Miliz wieder frei

Legende: Video Spekulation um Freilassung von Gaddafi-Sohn abspielen. Laufzeit 01:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.06.2017.
  • Nach Angaben seiner bisherigen Wächter ist Saif al-Islam Gaddafi am Freitag aus dem Gefängnis entlassen worden.
  • Er habe die Stadt Zintan im Westen des Landes verlassen, teilte die Miliz am Sonntag mit, die ihn bis dahin dort festgehalten hatte.
  • Anwalt des Gaddafi-Sohnes kann Freilassung vorerst «weder dementieren noch bestätigen».
  • Gegen Saif al-Islam Gaddafi liegt noch ein Haftbefahl des Internationalen Strafgerichtshofs vor.

«Er ist ab jetzt frei und hat die Stadt verlassen», teilte die bewaffnete Gruppe Abu Bakr al-Sadik auf Facebook mit, die Seif al-Islam seit 2011 festgesetzt hat. Die Brigade kontrolliert neben weiteren Milizen die westlibysche Stadt Zintan. Die Freilassung des Gaddafi-Sohnes erfolgte auf der Grundlage eines Amnestie-Gesetzes, welches das Parlament im Osten des Landes erlassen hatte.

Eine Bestätigung vom Anwalt des Gaddafi-Sohnes oder vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC), der sich seit Jahren vergeblich um dessen Auslieferung bemüht, gab es zunächst nicht.

Der Anwalt des Gaddafi-Sohnes beim ICC, Karim Khan, erklärte in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP, er könne die Freilassung seines Mandaten «im Moment weder bestätigen noch dementieren». Auch der ICC äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht. Im Juli 2016 hatten sich Berichte über eine Freilassung Seif al-Islams als falsch herausgestellt.

Seit seiner Verhaftung nach dem Sturz seines Vaters 2011 gab es immer wieder Berichte über eine Entlassung, die sich dann aber als falsch herausstellten.

Prominentestes Gaddafi-Kind

Der 44-Jährige ist der prominenteste der Gaddafi-Kinder. Er galt zeitweise als potenzieller Nachfolger des langjährigen Machthabers, der nach seiner Entmachtung getötet wurde.

Einen Monat nach dem Tod seines Vaters im Oktober 2011 wurde auch Seif al-Islam gefasst. Zwischen Tripolis und Den Haag entbrannte jedoch ein Streit darüber, vor welchem Gericht er sich verantworten sollte. Daraufhin wurde Saif al-Islam von Milizen festgenommen, die aus früheren Rebellengruppen hervorgegangen waren, und später in einem von der UNO und von Menschenrechtsorganisationen kritisierten Verfahren in Zintan zum Tode verurteilt.

Gegen Saif al-Islam Gaddafi liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vor. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, die er während der Aufstände gegen seinen Vater begangen haben soll.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Dieser Verbrecher wird frei gelassen ? Muss noch viel Geld versteckt haben in seinem Netzwerk !
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Aus Gründen der Menschlichkeit hat man den letzten noch lebenden Sohn Gaddafis kaum freigelassen. Da dürften strategische und politische Überlegungen im Spiel sein. Soll Saif al-Islam Gaddafi vielleicht eine Rolle dabei spielen, das zerstrittene Land zu befrieden? Die EU/Europa dürfte erhebliches Interesse daran haben, dass Libyen zu geordneten Verhältnissen zurückfindet. Dafür würde man sich auch mit dem Sohn des Teufels arrangieren, wenn er Europa die angeblichen "Flüchtlinge" vom Hals hält.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Aus Gründen der Menschlichkeit hat man den letzten noch lebenden Sohn Gaddafis kaum freigelassen. Da dürften strategische und politische Überlegungen im Spiel sein. Soll Saif al-Islam Gaddafi vielleicht eine Rolle dabei spielen, das zerstrittene Land zu befrieden? Die EU/Europa dürfte erhebliches Interesse daran haben, dass Libyen zu geordneten Verhältnissen zurückfindet. Dafür würde man sich auch mit dem Sohn des Teufels arrangieren, wenn er Europa die angeblichen "Flüchtlinge" vom Hals hält.
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