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International Gaza-Konflikt spaltet Juden

Scharfe Kritik an Israel gibt es jeden Tag - aber selten kommt sie von Juden. Jetzt hat eine Gruppe von Holocaust-Überlebenden den Staat Israel angegriffen - mit drastischen Worten. Im Zentrum der Streits: Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel, der die Hamas zuvor mit den Nazis in Verbindung brachte.

Elie Wiesel bei einem Vortrag
Legende: Er brachte die Hamas mit den Nazis in Verbindung und erntet dafür jetzt harsche Kritik: Elie Wiesel Keystone

Mit einer grossen Anzeige in der «New York Times» haben Überlebende des Holocausts den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen als «Massaker an den Palästinensern» angeprangert.

Die 327 Unterzeichner aus den USA und vor allem Europa bezeichnen sich selbst als Überlebende oder Nachkommen von Opfern des Nazi-Völkermords, die den Einsatz der israelischen Armee «unmissverständlich verurteilen».

Wiesel: Hamas muss Kinderopfer ablehnen

Die Anzeige in der Samstagsausgabe ist eine Reaktion auf eine Aktion des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel. Wiesel und Unterstützer hatten in einer Annonce die Hamas mit den Nazis in Verbindung gebracht und geschrieben: «Die Juden haben schon vor 3500 Jahren Kinderopfer abgelehnt. Jetzt muss es die Hamas tun.»

Sie warfen der radikalislamischen Gruppe vor, Kinder als Schutzschilde zu missbrauchen. «Ich habe gesehen, wie jüdische Kinder verbrannt wurden. Jetzt muss ich sehen, wie muslimische Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht werden - in beiden Fällen von denen, die den Tod anbeten.» Es sei kein Kampf zwischen Muslimen und Juden, sondern zwischen den Anhängern des Lebens und des Todes.

Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt
Autor: Jewish Anti-Zionist Network

«Wir sind angewidert und empört von Elie Wiesels Missbrauch der Geschichte», heisst es in der Gegenreaktion in der jetzigen Anzeige. Er «rechtfertige das nicht zu Rechtfertigende: Israels Bemühungen zur Zerstörung Gazas und des Mordes an mehr als 2000 Palästinensern».

Die Gruppe verurteilt auch «dass die Vereinigten Staaten Israel mit den Mitteln versorgen, die Angriffe auszuführen, und die westlichen Staaten, die mit ihren diplomatischen Muskeln» Israel vor einer Verurteilung schützten. «Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt», heisst es weiter.

Hinter der Aktion steht eine Gruppe namens International Jewish Anti-Zionist Network. Längst nicht alle Juden sind Unterstützer des Staates Israels.

32 Kommentare

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  • Kommentar von Nico Frank, München
    schauen sie mal die Nachrichten in den Medien bei uns in Deutschland an. Gaza scheint beendet zu sein. Kaum noch ein Bericht von Gaza. 8 Mrd. € Zahlen wir als Bürger jedes Jahr per Zwangsabgabe an die öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten und müssen ausländische Medien, wie den SFR lesen um zu sachlichen Informationen zu gelangen. Eine Schande ist das für unsere Deutschen Medien.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Es muss den Palästinensern geholfen werden , die Unterdrücker und Ausbeuter in den eigenen Reihen los zu werden , dann besteht grosse Hoffnung , den Weg des Friedens zu gehen .
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  • Kommentar von Erwin Jenni, Ottikon
    Mit Verlaub Hr. Waldeck, aber ihr Vergleich ist so ziemlich das abscheulichste was man behaupten kann. Israel tut nicht mal Ansatzweise das Gleiche mit den Pal. sonst hätten sie den ganzen Streifen, ohne eigene Opfer, dem Erdboden gleichgemacht! Es leben über 1,5 Mio. Araber in Israel und haben die gleichen Rechte. Nirgends im Nahen Osten haben die Pal. mehr Rechte als in Israel! Sie sollten sehr vorsichtig sein mit ihrer Wortwahl und bedenken, was der Holocaust an den Juden wirklich war.
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    1. Antwort von K.D.Waldeck, Bellinzona
      E.J. sie haben Recht .... setzen sie anstatt "Holocaust" das Wort "Schreckliches" . Hierbei steht "Schreckliches" für Ghettos (z.B. Warschau), Konzentrationslager, Enteignungen, Demütigungen jeder Art, aber NICHT für die organisierte Ausrottung einer ganzen Rasse oder Glaubensgemeinschaft, so wie es momentan gerade vom IS praktiziert wird.
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