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International Gebete und Tränen: Tausende gedenken der Tsunami-Opfer

In Indonesien und anderen Ländern finden Gedenkveranstaltungen statt. Vor zehn Jahren hat hier der Tsunami für unsäglich viel Leid gesorgt. Namentlich den Kindern wird gedankt, die damals ihre Ersparnisse den Hinterbliebenen spendeten.

Legende: Video Gedenkfeiern für die Tsunami-Opfer abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.12.2014.

Indonesien hat sich für die weltweite Hilfe nach dem verheerenden Tsunami am 26. Dezember vor zehn Jahren bedankt. «Ich habe noch nie eine so aussergewöhnliche Solidarität und Grosszügigkeit erlebt», sagte Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla am Freitag bei einer Gedenkveranstaltung in Banda Aceh.

Legende: Video Gedenkfeier in Indonesien abspielen. Laufzeit 01:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.12.2014.

Auf dem Platz Blang Padang im Zentrum der Provinzhauptstadt Banda Aceh versammelten sich am Morgen zahlreiche Menschen – zu genau der Zeit, als die bis zu 20 Meter hohen Wellen vor zehn Jahren auf die Küste trafen.

«Kinder haben ihre Sparschweine geknackt»

Neben der Tsunami-Skulptur in Form von fünf grossen Wellen stand eine grosse Bühne. Junge Indonesier führten Tänze in traditioneller Kleidung auf, um sich für die Spenden zu bedanken. Vizepräsident Kalla sagte: «Sogar die Kinder aus aller Welt, von Deutschland bis zu den Vereinigten Staaten, haben ihre Sparschweine geknackt und das Geld den Tsunami-Opfern geschickt.»

Die Provinz Aceh auf der Insel Sumatra war vor zehn Jahren am stärksten von den Riesenwellen getroffen worden. Rund 170'000 Menschen starben dort.

Zeremonie in Südthailand

Der Tsunami hat auch viele Urlauber aus der Schweiz in den Tod gerissen. Besonders betroffen war der Strand von Khao Lak, im Süden Thailands. Angehörige von Opfern sowie Überlebende kamen zu einer Zeremonie mit deutschsprachigen Seelsorgern zusammen.

Spuren bei den Hinterbliebenen

Sonderzug mit Überlebenden

In Sri Lanka ist ein Sonderzug mit 200 Überlebenden gestartet. Der Zug fährt an der Südwestküste genau an die Stelle, wo damals eine gewaltige Welle viele Waggons aus den Schienen riss. Rund 1600 Menschen starben in dem Zug. Unterwegs sind fünf Waggons von damals.

Direkt am Strand von Khao Lak beteten sie. Mit dabei war auch die Schweizer Botschafterin in Thailand, Christine Schraner Burgener. «Die Bilder von damals haben ihren Schrecken nicht verloren», verlas der deutsche Botschafter in Thailand, Rolf Schulze, ein Grusswort von Bundespräsident Joachim Gauck. «Die Panik, das Chaos, die Wucht, als die grosse Welle kam», schrieb Gauck.

Unter den Tsunami-Todesopfern waren 110 Schweizer und 539 Deutsche, die in Thailand und Sri Lanka Urlaub gemacht hatten.

Viele Überlebende hätten bis heute schwer an den Ereignissen zu tragen, schrieb Gauck weiter. «Die Angst vor dem Ertrinken, der Verlust von geliebten Menschen, das tage-, manchmal wochenlange Bangen um ihre Wiederkehr haben Spuren hinterlassen.» Der damals 15-jährige Ben Atréu Flegel erlebte die Katastrophe in unmittelbarer Nähe des Ortes, wo nun die Gedenkzeremonie war. «Mein Blut ist in diese Erde geflossen», sagte er. Seine Grosseltern kamen bei dem Urlaub vor zehn Jahren ums Leben.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Mordasini, 3014 Bern
    Es ist, als wäre die schlimme Naturkatastrophe erst gestern geschehen. Die schlimmen Bilder und die tragischen Berichte werde ich nie vergessen und bringen noch jetzt noch zum Weinen :(. Als Nichtbetroffene ging und geht mir das schwere Unglück sehr nahe, nicht auszudenken, wie es all den direkt Betroffenen ergehen musste und muss:(. Den Opfern, Zeitzeugen, Überlebenden, Rettern, Helfern, Hinterbliebenen und Angehörigen wünsche ich von ganzem Herzen weiterhin alles Liebe und Gute und viel Kraft!
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  • Kommentar von Charles Dupond, Vivis
    Die spaerliche Berichterstattung ueber die fahrlaessigen Flops der Spendenindustrie gegen die Tsunamiopfer "glaenzt" meistens mit amputierten oder schon nach einem Kommentar wieder geschlossenen Kommentarspalten. Und ueber die vorsaetzlichen Missbreuche von Spendengeldern zur Zwangsmissionierung und sozialen Subversion schweigen die Medien fast ganz....
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Nicht nur die Tsunami-Katastrophe simmt traurig. Auch ein Bericht (aus Thailand) direkt nach dem Tsunami, wo sich ein Ehepaar am Strand mitten im Chaos sitzend darüber beschwert, dass ihr Urlaub jetzt dahin ist und die Einheimischen gefälligst schneller aufräumen sollen, versetzt noch immer Messerstiche mitten ins Herz.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie bringen es auf den Punkt, den ich durch eine Einzelheit ergänzen möchte, die von den Weltmedien fast erfolgreich unterschlagen wurde. Ich war selber noch nie in Phuket und nebenan, aber ein Kollege, der oft nach Thailand reiste und heute dort lebt, sagte mir damals, dass dies ein Ort für Gutbetuchte war, während Pattaya auf der anderen Seite der Halbinsel als weniger schön galt. Was meinen Sie, warum seither fast nur von Thailand berichtet wird, auch in den Spielfilmen?
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