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International Gehässiges Kandidaten-Duell in Wien

Vor dem vierten Anlauf zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts in Österreich haben sich die Kandidaten ein teils gehässiges erstes TV-Duell geliefert. Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer griffen einander praktisch pausenlos an.

Legende: Video Verbale Tiefschläge beim Kampf um die Hofburg abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 17.11.2016.

Vor dem neuen Fernseh-Duell der beiden Kandidaten um das Präsidentenamt in Österreich waren Zuschauer gebeten worden, Fragen einzusenden. Mehr als 11'000 waren es dem Sender oe24.tv zufolge und die meisten davon drehten sich um die Präsidentenwahl in den USA.

Merkel und Trump

FPÖ-Kandidat Hofer bestritt dabei, ein Trump-Fan zu sein, gab aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass nun die Beziehungen der Supermächte USA und Russland besser würden. Seinem Rivalen hielt Hofer vor, Donald Trump als Hetzer und dessen Wahl als Katastrophe bezeichnet zu haben. Das könne man nicht zum Präsidenten einer Supermacht sagen.

Hofer und Van der Bellen
Legende: Hofer (links) und Van der Bellen: Unversöhnliche Kandidaten im Kampf ums Präsidentenamt. Reuters

Der von den Grünen portierte Van der Bellen konterte darauf damit, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die deutsche Kanzlerin Angela Merkel als gefährlichste Frau Europas bezeichnet und damit eine Verschlechterung der Beziehungen zum Nachbarland und den Verlust von Arbeitsplätzen riskiert habe.

US-Wahlkampf kein Vorbild

Immerhin in zwei Dingen waren sich Van der Bellen und Hofer in Sachen Trump einig: Beide waren der Meinung, dass ein Wahlkampf, wie er in den USA abgelaufen ist, nicht nachahmenswert ist und dass ein Einreiseverbot für Muslime jeder Vernunft und Rechtsstaatlichkeit entbehren würde.

Hofer setzte sich ein, die Wirtschaftssanktionen gegen Moskau sofort aufzuheben, da diese nur der österreichischen Wirtschaft schadeten. Van der Bellen plädierte für ein langsameres Vorgehen; Russland solle zunächst in der Ukraine-Politik «richtige Schritte» setzen müssen.

«Öxit» und EU-Armee

Was die EU angeht, hielt Van der Bellen seinem Kontrahenten vor, weiter Gedankenspiele rund um einen «Öxit», einen Austritt Österreichs aus der Union, zu betreiben. Hofer wies dies zurück, hielt aber fest, dass es zu einem Austritt kommen müsste, wenn die Türkei beitrete oder die Nationalstaaten weiter geschwächt würden.

Bezüglich einer EU-Armee warfen die Kandidaten einander vor, jeweils die Positionen mehrfach geändert zu haben. Zumindest am Donnerstagabend waren sich beide einig, dass das neutrale Österreich nicht einer Armee unter fremdem Oberbefehl angehören könnte.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Loser (Jessica)
    Jetzt können die vereinigten Medien bald das "Unglück" Amerika vergessen und uns über Oesterreich die "Wahrheit und nichts als die Wahrheit" auftischen! Mal sehen ob die Journalisten wirklich lernfähig sein können, oder ob der ominöse Schatten wirklich zu gross ist um darüber zu springen!
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Ich weiß nun wirklich nicht, ob es für die Ösis gut ist, wenn man sich jetzt schon den zweiten gehässigen Wahlkampf um ein Amt liefert, wo der Amtsinhaber ohnehin nicht gerade weltbewegendes mizuschnabeln hat. Die Ösis haben eigentlich immer schon eine Debattenkultur, wo Dreckschleudern zum Einsatz kommen, die Gehässigkeit wird natürlich in Potenz größer, wenn Rechtspopulisten an den Dreckschleudern sitzen.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Entscheidend ist nicht die Macht, die von diesem Amt ausgeht, sondern das Signal, das der Ausgang der Wahl aussendet. Und da sehe ich bei einer Wahl von Hofer deutlich mehr Unruhepotenzial. Mal schauen...
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Als Migrationskritiker und Gegner der zunehmenden Einflussnahme des Islams, bzw. im weiteren Sinn der Überfremdung, hat N. Hofer bereits in der 1. Stichwahl knapp 50% der Stimmen erhalten Er entspricht allerdings für viele Bürger nicht der Vorstellung eines optimalen Präsidenten. Aber so lange schon rennt man auch in A dem Dogma der multikulturellen Gesellschaft hinterher, das die Österreichische auf der Strecke bleibt.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Und zu dieser gehören neben den Eckpunkten von Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Demokratie auch das "g'schmackige" Essen und der gute alte österreichische "Schmäh". Dies alles sehen viele Bürger durch die hohe muslimische Zuwanderung essentiell bedroht. Und viele Wähler in A sehen nun vielleicht die letzte Chance, ein Zeichen dagegen zu setzen, bevor es zu spät ist.
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