Geht ins Portemonnaie: Fluchen in Russland

Russland verbietet Schimpfwörter in den Medien, in der Kunst und in Filmen. Wer sich nicht daran hält, muss mit happigen Geldbussen rechnen.

Wer Schimpfwörter in Medien, Filmen, Kunst und der Literatur in Russland öffentlich verbreitet, dem kann es an den Kragen gehen – und ans Portemonnaie. Für die Verbreitung derber Flüche sollen demnach bis zu 50'000 Rubel (rund 1300 Franken) fällig werden. Im Wiederholungsfall droht sogar ein vorübergehendes Berufsverbot.

Fluchwörter werden überprüft

Das Parlament in Moskau stimmte am Mittwoch in dritter und entscheidender Lesung für das umstrittene Gesetz, wie die Staatsagentur Ria Nowosti meldete. Demnach müssen zudem CDs und DVDs mit Warnhinweisen wie in den USA versehen werden. Die betroffenen Schimpfwörter sollen durch eine «unabhängige Prüfung» festgelegt werden. In der russischen Umgangssprache sind «Mutterflüche» (Mat) vor allem unter Männern weit verbreitet.

Kulturminister Wladimir Medinski hatte sich zuvor für das Gesetz ausgesprochen, dem noch der Föderationsrat als zweite Parlamentskammer und Präsident Wladimir Putin zustimmen müssen.