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Tamil Tigers – kriminell oder nicht?
Aus Tagesschau vom 08.01.2018.
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Geld für Kampf erpresst? Unterstützer der Tamil Tigers vor Gericht

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Bundesstrafgericht in Bellinzona beginnt der Prozess gegen 13 Personen, die mutmasslich die Tamil Tigers finanziell unterstützt haben.
  • Die Angeklagten sollen in der Schweiz insgesamt mehr als 15 Millionen Franken gesammelt haben.
  • Diese Gelder hätten sie von in die Schweiz geflüchteten Tamilen teilweise erpresst.
  • Dazu sollen sie auch Personen aus der tamilischen Diaspora dazu gebracht haben, Kleinkredite bei Banken aufzunehmen.

Die in der Deutschschweiz und den Kantonen Wallis und Waadt wohnhaften Angeklagten sollen in der Schweiz eine komplexe Struktur aufgebaut haben. Insgesamt sollen so mehr als 15 Millionen Franken für die «Befreiungstiger von Tamil Eelam» gesammelt worden sein.

Die Gelder stammten von in die Schweiz geflüchteten Tamilen. Sie sollen vom World Tamil Coordinating Commitee (WTCC) dazu gezwungen worden sein, Beiträge für die Finanzierung des Unabhängigkeitskrieges gegen die Singhalesen zu leisten.

Als der Bürgerkrieg in Sri Lanka gegen Ende der 1990er-Jahre seinen Höhepunkt erreichte, sollen leitende Mitglieder des WTCC über Strohmänner Personen aus der tamilischen Diaspora dazu gebracht haben, Kleinkredite bei Banken aufzunehmen.

Tamilische Kämpfer wurden finanziell aus der Schweizer Diaspora unterstützt.
Legende: Tamilische Kämpfer wurden finanziell aus der Schweizer Diaspora unterstützt. Keystone

Falsche Lohnausweise

Um höhere Kredite aufnehmen zu können, wurden von Scheinunternehmen falsche Lohnausweise ausgestellt. Diese Gesellschaften wurden vom WTCC unter dem Namen der Kreditnehmer geschaffen. Die so beschafften Gelder wurden bar oder über verschiedene Institute ins Ausland transferiert und für Waffenkäufe verwendet.

Unter den Angeklagten befindet sich der Chef des WTCC, dessen Stellvertreter, der Finanzverantwortliche und zahlreiche Personen, die die Gelder eintrieben. Sie müssen sich wegen Betrugs, Falschbeurkundung, Geldwäscherei und Erpressung verantworten.

Nicht verboten

Die Bundesanwaltschaft geht zudem von einer Beteiligung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Organisation aus. Im Gegensatz zu den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida wurden die Tamil Tigers in der Schweiz nie als eine solche eingestuft.

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De Vos: «Gruppe war nie verboten in der Schweiz»
Aus Tagesschau vom 08.01.2018.
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Die Anklageschrift versucht aufzuzeigen, dass die Aktivitäten der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) und ihrer Ableger im Ausland wie das WTCC in der Schweiz, der gleichen Hierarchie unterstellt waren.

Die LTTE kämpfte von 1983 bis 2009 für die Unabhängigkeit von Sri Lanka. Im Mai 2009 wurden die Tamil Tigers von sri-lankischen Regierungstruppen endgültig besiegt. Ihr Anführer Velupillai Prabhakaran sei am 18. Mai 2009 auf der Flucht erschossen worden, gab die Armee an.

Die Verhandlung am Bundesstrafgericht dauert bis voraussichtlich Mitte März.

Der Bürgerkrieg in Sri Lanka

Die Tamil Tigers kämpften zwischen 1983 und 2009 für einen unabhängigen Staat Tamil Eelam im Norden von Sri Lanka. Bei Ausbruch der Kämpfe in Sri Lanka flüchteten tausende Tamilen in die Schweiz. Der Bürgerkrieg endete mit dem militärischen Sieg der mehrheitlich singhalesischen Regierungstruppen. Der Anführer der LTTE fand den Tod. Der UNO-Menschenrechtsrat fordert ein internationales Tribunal zur Aufarbeitung mutmasslicher Kriegsverbrechen auf beiden Seiten.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Deborah Crabtree  (D. Crabtree)
    Das ist nicht nur bei den Tamil Tigers so. Der IS und weitere Rebellen wurden und werden weiterhin mit Milliarden aus der Schweiz beglückt. Im 1990 wurden gemäss Weltbank Statistik 8 Mrd. ins Ausland überwiesen, im 2016 sind es 25 Mrd. ein Plus von über 300%.
  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Das duerfte nicht nur bei den Tamilen so oder so ähnlich laufen.