Georgien und Slowakei nehmen Guantanamo-Häftlinge auf

Im umstrittenen Gefangenenlager der USA auf Kuba sind damit noch 143 Männer inhaftiert.

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Bildlegende: In Guantanamo sind derzeit noch 143 Männer inhaftiert. Keystone

Die USA haben fünf Insassen ihres umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo nach Georgien und in die Slowakei überstellt. Dies teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Georgien nahm drei Jemeniten auf, die Slowakei einen Jemeniten und einen Tunesier. Beide Länder hatten bereits in den letzten Jahren Insassen aufgenommen.

Der Amtsvorgänger von US-Präsident Obama, George W. Bush, hatte das Gefängnis für Terrorverdächtige nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet.

Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass die Insassen ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden. Obama hatte zu seinem Amtsantritt Anfang 2009 versprochen, Guantanamo binnen eines Jahres zu schliessen. In vielen Fällen können die Insassen aber nicht in ihre Heimat abgeschoben werden, weil ihnen dort Verfolgung oder gar Folter droht.

Der von den Republikanern dominierte Kongress in Washington sperrt sich wiederum dagegen, dass Guantanamo-Häftlinge auf das Staatsgebiet der USA gelangen.Obamas Regierung sucht daher nach aufnahmewilligen Drittstaaten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Guantanamo: Reportage aus dem Folter-Gefängnis

    Aus 10vor10 vom 7.10.2014

    Guantanamo ist weltweit zum Inbegriff für den Kampf der USA gegen den Terror geworden. Nur wenigen Journalisten wird Einlass in das Gefängnis gewährt. «10vor10»-Korrespondentin Karin Bauer ist dies gelungen. Warum ist das Lager auch 5 Jahre nach der Ankündigung Obamas, dieses zu schliessen, immer noch in Betrieb?