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International Gestern Mazedonien, heute Serbien

Um eine Eskalation zu vermeiden, gab Mazedonien am Samstag seine Grenzsperren auf und schaffte Hunderte von Flüchtlingen an die serbische Grenze. Die desolate Situation der Menschen nimmt damit aber kein Ende. Über 4000 Flüchtlinge sitzen nun im Süden von Serbien fest – bei prekärer Versorgungslage.

Legende: Video Tausende Menschen stranden in Serbien abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.08.2015.

Mehrere Tage und Nächte lang hatten Tausende von Flüchtlingen vor der Grenzsperre zwischen Griechenland und Mazedonien ausgeharrt. Die Lage drohte zu eskalieren, als Flüchtlinge die Absperrung durchbrachen. Am Samstag dann öffnete Mazedonien die Grenze und liess die Flüchtlinge ungehindert passieren. Die Behörden brachten Tausende Männer, Frauen und Kinder mit Sonderzügen und Bussen weiter nach Serbien – wo viele von ihnen nun erneut festsitzen.

Flüchtlinge drängen sich um ein Fahrzeug und bitten um Wasser
Legende: Flüchtlinge im Süden Serbiens drängen sich um ein Fahrzeug und bitten um Wasser. Dieses droht jedoch bald auszugehen. Keystone

Die Serben versuchen zwar, die Flüchtlinge zu registrieren. Etwa tausend Menschen konnten sie bereits in ein Aufnahmezentrum bringen. Doch rund 4000 Flüchtlinge harren seit dem Morgen noch immer auf einem Feld bei Presevo im Süden Serbiens aus.

Serbische Behörden überfordert

Die Versorgungslage ist prekär. Serbien hat auf dem Feld beim Grenzübergang zwar ein paar Zelte aufgestellt. Es sind aber viel zu wenige, für die tausenden Flüchtlinge, die hier gestrandet sind.

«Wir brauchen dringend mehr Trinkwasser. Unsere Vorräte in Presevo werden in einem oder zwei Tagen aufgebraucht sein. Wer immer auch kann, soll uns unbedingt so schnell wie möglich helfen», so der dringliche Appell von Bratislav Gasic, dem Verteidigungsminister von Serbien.

Legende: Video Mazedonien öffnet die Grenzen abspielen. Laufzeit 1:10 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 22.08.2015.

Tausende Flüchtlinge in Seenot

Viele der Flüchtlinge wollen über Ungarn weiter nach Westeuropa. Sie stammen zumeist aus Syrien und anderen Krisenregionen des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens.

Die Balkan-Route ist eine der Strecken, die die Hilfesuchenden zurücklegen. Eine andere führt über das Mittelmeer. Die italienische Marine rettete allein am Samstag 4400 Menschen von mehr als einem Dutzend Booten. Hilferufe kamen der Küstenwache zufolge von fast doppelt so vielen Schiffen. In diesem Jahr sind bereits mehr als 2300 Flüchtlinge auf diesem Weg ertrunken.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Libyen war einst ein gut organisiertes, blühendes Land. Gaddafi hatte ein riesiges Wasserversorgungsnetz im Wert von ca. 80 Milliarden Dollar fast fertig ausgebaut, welches ganz Nordafrika in grüne, blühende, fruchtbare, reiche Länder verwandelt hätte. Gaddafis extravaganter Kleidungsstil mag vom Westen belächelt worden sein, aber seine Voraussage, dass Europa unter einem Flüchtlingsansturm zusammenbrechen würde, sollte der Westen ihn entmachten oder töten, war zutreffend. Passiert jetzt!
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Ärmsten der Armen sitzen mit Sicherheit nicht in Serbien oder Mazedonien fest, sondern noch zu Hause, weil sie sich eine Reise nach Europa nicht leisten können. Soll man ein schlechtes Gewissen bekommen weil Politker versagen, anstatt sich um das "Humankapital" zu kümmern? Weil der Uneigennutz so weit verbreitet ist wie die Pest? Und ja, jeden Tag sterben Menschen, denen es im wahrsten Sinne des Wortes noch beschissener geht und an deren Genesung und Wohlergehen auch hier keinem gelegen ist.
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    1. Antwort von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
      2) Und während die Eliten des jeweiligen Landes erstaunlicherweise immer noch Kaviar und Schampus eimerweise in sich reinschütten kann, sterben anderswo eben Menschen.
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  • Kommentar von martin reiser, steinhausen
    Die USA unterhalten in Bern eine riesige Botschaft mit mehreren hundert Angestellten. Es sind in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika, die für die Destabilisierung der Regionen verantwortlich sind, aus denen seit geraumer Zeit Flüchtlinge nach Europa strömen. Diejenigen die bis in die Schweiz gelangen, sollen doch bitte von jetzt an nach Bern an die Sulgeneckstrasse 19 durchgereicht werden.
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