Gewaltausbruch nach Hungerstreik: Aufstand in Guantánamo

Nach wochenlangen wachsenden Spannungen im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay ist es am Samstag zu einer Eskalation gekommen. US-Wärter setzten offenbar Gummigeschosse gegen Häftlinge ein.

US-Soldaten mit einem Gefangenen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dutzende Gefangene im US-Lager Guantanamo befinden sich bereits seit Wochen im Hungerstreik. Reuters/Archiv

Auf beiden Seiten habe es aber nur leichte Verletzungen gegeben, zitierte der Sender CNN einen Militärsprecher in Guantánamo Bay.

Dort werden zurzeit noch 166 Terrorverdächtige festgehalten, viele von ihnen schon seit 2002, als das Lager eingerichtet wurde. Im Februar hatte in Guantánamo eine Welle von Hungerstreiks begonnen, nach US-Angaben verweigern zurzeit mehr als 40 Häftlinge die Nahrungsaufnahme und werden zum Teil zwangsernährt.

Terrorverdächtige mit Besenstiel

Der «Washington Post» zufolge gab ein Sprecher der US-Lagerverwaltung als Grund für die Verlegung in Einzelzellen an, dass die Gefangenen Überwachungskameras und Fenster verhüllt hätten. Damit sei für die Wärter die Überwachung erschwert und das Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Häftlinge «unannehmbar hoch» geworden, zitierte das Blatt. Gefangene hätten sich auch mit Stielen von Besen und Mops gegen die Verlegung gewehrt.

Die Zeitung spekulierte, dass das US-Militär mit der Aktion die Gefangenen gezielt trennen wollte - in der Hoffnung, die Hungerstreikwelle zu brechen.

Besorgt über die humanitäre Situation im US-Lager hatte sich jüngst auch der Präsident des Roten Kreuzes, Peter Maurer, geäussert.